Netze, Veröffentlichungen
03.07.2014

Kompass 1/2014: Schlaue Infrastruktur für die Energiewende

Klar ist: Die Infrastruktur der Zukunft muss deutlich mehr können; sie muss die volatile Ein­speisung von erneuerbaren Ener­gien mit dem ebenfalls wechsel­haften Verbrauch koppeln. Dafür braucht es unter anderem eine Menge smarter IT. Viele kommu­nale Klein-­ und Kleinstbetreiber sind mit den Anforderungen, die die Energiewende an sie stellt, schlicht überfordert.

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Doch wie sollte eine Netz­ struktur aussehen, die Energie­wende­ready ist? Und an welchen Stellschrauben muss dafür etwa in puncto Regulierung gedreht wer­den? Antworten wollen wir Ihnen unter anderem im aktuellen bne­-Kompass liefern.

Dass das Thema durchaus kontrovers diskutiert wird, zeigt das Streitgespräch mit dem Haupt­geschäftsführer des Verbandes kommunaler  Unternehmen ( VKU), Hans­-Joachim Reck, ab Seite 12. Doch trotz aller Unterschiede be­steht in einem Punkt Einigkeit: Die Energiewende kann nur gelin­gen, wenn sie auf einer effizien­ten Netzinfrastruktur fußt. Das kommunale  Eigentum ist dabei nicht das Problem und wird vom bne auch nicht in Frage gestellt. Eine Organisation dieser Unter­nehmen in regionalen Netzverbün­den verspräche jedoch einen deutlichen Effizienzgewinn.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg und noch kämpfen unabhängige Energielieferanten jeden Tag mit dem Heer an verschiedenen Netzbetreibern. Die herr­schende Struktur erschwert nicht zuletzt auch smarte Energielösun­gen für den Verbraucher, wie sie etwa Dr. Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesver­band (vzbv) fordert (S. 20). Ein sol­ches Produkt für den Smart Market bietet das junge Unternehmen Discovergy (S. 24).

Unabhängige  Anbieter, die wettbewerbliche und intelligente Angebote auf Ebene der Verteilnetze entwickeln, haben es oft schwer, gegen lokale Platzhirsche anzukom­men, die den Monopolbetrieb gerne mit dem wettbewerblichen Betrieb verquicken. Ein jährlich wieder­kehrendes Ärgernis: Immer  mehr Netzunternehmen passen ihre Entgelte nachträglich noch einmal an. Lieferanten müssen ihre Preise, in denen die Netz­entgelte enthal­ten sind, dann neu berechnen, wie Robert Mosberg von der lekker Energie GmbH beklagt (S. 18).

Im Jahr 16 der Liberalisierung auf dem Energiemarkt gilt es also noch einige Hebel für mehr Wett­bewerb in Bewegung zu setzen. Die Energiewende wirkt dabei als Katalysator. Sie wirft so manches Geschäftsmodell über den Haufen und schafft Raum für neue, wettbe werbliche Lösungen. Wie unabhän­gige Anbieter davon profitieren kön­nen, zeigt Dr. Hans­-Martin Huber­-Ditzel (S. 22) von der Enovos Deutschland  SE.

Auch Zukunftsforscher Christian Rauch beschreibt im In­terview mit dem bne-­Kompass den Wandel, der der Energiewirtschaft bevorsteht: Neben Kilowattstunden wird es in Zukunft vor allem darum gehen, eine Unmenge von Daten zu managen. Unterschiedliche und bisher getrennte Systeme wie Tele­kommunikation, Energieversor­gung und Mobilität gilt es zu vernetzen (S. 28). Die Unternehmen der neuen Energiewirtschaft, die im bne organisiert sind, nehmen diese Herausforderung gerne an.

Bei der Lektüre wünschen wir Ihnen viel Vergnügen!

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Alexander Karasek

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