Berlin, 27. Februar 2026 – Die geleakte EEG-Novelle bringt erhebliche Rückschläge für die Branche, insbesondere wenn die kostenerhöhenden Vorschläge des Netzpaket-Leaks mit betrachtet werden.
“Keep it simple” muss beim Abschöpfungsmechanismus das Motto sein. Doch das allein bietet noch keine Planungssicherheit, denn das ebenfalls geplante Netzpaket limitiert den Netzzugang und nimmt durch den “Redispatch-Vorbehalt” die Kalkulationsgrundlage. Was es dagegen braucht ist ein einfaches System, das Planungssicherheit und gleichzeitig Anreize für netzfreundliche Standortwahl schafft. Mit der Netzoptimierten Ausschreibung liegt ein solcher Vorschlag von Seiten des BMUKN vor. Im CfD-Vorschlag des BMWE fehlt zudem ein Marktrahmen für PPAs, damit Stromlieferungen für den Mittelstand ab dem Tag eins möglich werden. Wie heute im EEG möglich müssen auch künftig im CfD-Modell “Starter-PPA” erlaubt sein. Dabei braucht es eine Opt-In-Regelung, statt einer Opt-Out-Regelung wie im Entwurf vorgesehen.
Die Streichung der Innovationsausschreibung statt deren Weiterentwicklung vergibt die Chance, Speicher verstärkt für Versorgungssicherheit und Systemstabilität einzusetzen.
Sollte der Entwurf Gesetz werden, entzieht er Eigenheimbesitzern ein zentrales Element der Investitionssicherheit beim Erwerb von PV-Anlagen. Die ersatzlose Abschaffung der festen Einspeisevergütung ist ohne funktionierende Kleinanlagendirektvermarktung der falsche Schritt. Für Kleinanlagen werden die Erlöse aus selbst erzeugtem Strom durch Direktvermarktergebühren, Smart-Meter-Kosten und die 50-Prozent-Kappung zu 50% aufgezehrt. Vier Millionen Haushalte haben dank Einspeisevergütung investiert. Wer tut es in Zukunft?
Die wahren Hausaufgaben werden nicht benannt, denn diese liegen auch hier beim Netzbetreiber. Denn bevor Förderungen als Finanzierungsgrundlage gestrichen und die Einspeisung pauschal begrenzt wird, müssen Netzbetreiber den digitalisierten Unterbau für die Direktvermarktung auch bereitstellen können. Nötig sind ein beschleunigter, günstiger und wettbewerblicher Smart-Meter-Rollout, standardisierte Marktkommunikation und klare Vorgaben und Fristen für die Verteilnetzbetreiber, die auch sanktionsbehaftet sind. Davon ist nichts in Sicht und es wird auch nichts eingefordert.
“Die Erneuerbaren übernehmen bereits heute Systemverantwortung. Sie könnten dies umso mehr, wenn ihnen das Unvermögen vieler Verteilnetzbetreiber nicht ständig im Weg stünde. Die Netzzugangs-, Digitalisierungs- und Speicherblockade der VNB verhindert, dass Solarstromanlagen und Gebäudeenergiesysteme flexibilisiert werden und stärker zu Zeiten geringer Netzauslastung einspeisen. Letztendlich sind die Vorschläge ein Ausweis der offensichtlichen Retrohaltung der Handelnden – sie halten Deutschland weiter in der gefährlichen Abhängigkeit von Lieferanten fossiler Energien und treiben die Verbraucher absehbar in eine heftige Kostenfalle” so Robert Busch.

