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24.11.2015

bne zum Monitoringbericht 2015: „Es bleibt noch viel zu tun“

„Der Monitorbericht zeigt ganz klar: Anbieter geben gesunkene Einkaufspreise an die Kunden weiter. Die besten Kosteneinsparungen können Verbraucher durch einen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters erzielen“, so bne-Geschäftsführer Busch. So liegt der Preisunterschied zwischen Grundversorgungstarifen und wettbewerblichen Anbietern laut Bundesnetzagentur bei über zwei Cent pro Kilowattstunde. Unabhängige Lieferanten konnten dabei im vergangenen Jahr mehr neue Kunden gewinnen. Einen deutlichen Zuwachs der Lieferantenwechsel, von einem geringen Ausgangsniveau aus, gab es laut Monitoringbericht beim Heizstrom. „Hier entwickeln sich neue Angebote mit modernen Wärmepumpen auf Basis von erneuerbaren Energien“, so Busch.
 
Ein Problem bleiben die staatlich festgelegten Preisbestandteile, die mittlerweile einen Anteil von 76 Prozent am Strompreis erreicht haben und mit der Erhöhung der KWK-Umlage im kommenden Jahr noch weiter steigen werden. „Dieser Wust aus Abgaben, Umlagen und Entgelten ist für Verbraucher kaum zu durchschauen und erschwert zudem die notwendige Kopplung der Sektoren Strom und Wärme“, kritisiert Busch.
 
Keine Transparenz bei Netzentgelten
Zum größten Kostenblock avancieren dabei die Netzentgelte, die nach Angaben der Bundesnetzagentur seit 2009 kontinuierlich gestiegen sind und mehr als ein Fünftel der Stromrechnung ausmachen. „Dabei können die Energiekunden nach wie vor nicht nachvollziehen, wofür die Verteilbetreiber die erhobenen Entgelte eigentlich verwenden. Hier brauchen wir dringend mehr Transparenz“, beton Busch. Der bne sieht dabei Vorschläge der Bundesländer für eine Änderung der Netzregulierung, die weitere Kostensteigerungen zur Folge hätten, kritisch. „Investitionen in intelligente Netztechnik stärker anzureizen wäre deutlich effizienter und kostengünstiger.“
 
Für die Energiewende spielt die Energieinfrastruktur eine wesentliche Rolle. Aus Sicht des bne ist die stark zersplitterte Struktur der Strom- und Gasverteilnetzbetreiber dabei ein großes Hemmnis. Nach Angaben der Bundesnetzagentur versorgt die Mehrzahl der Verteilnetzbetreiber weniger als 15.000 Kunden. „Diese Unternehmen sind etwa mit den immer schärfer werdenden Anforderungen an die IT überfordert. Wesentlich effizienter wäre es, wenn sich die vielen Klein- und Kleinstbetreiber in 25 regionalen Clustern zu gemeinsamen Betriebsführungen zusammenschließen würden. Der Besitz an den Netzen bliebe dabei unberührt“, betont Busch.
 
Netzausbau stockt
Der Monitoringbericht zeigt zudem das nach wie vor schleppende Tempo beim Ausbau der Übertragungsnetze. Auch die Kapazitäten für den Stromaustausch mit den europäischen Nachbarn haben sich im vergangenen Jahr nicht erhöht. „Hier brauchen wir deutlich mehr Geschwindigkeit, um auf die wachsenden Anteile an erneuerbaren Energien reagieren zu können“, so Busch.

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Alexander Karasek

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