Stellungnahmen & Positionspapiere, Strommarkt
01.11.2016

bne-Stellungnahme zum Impulspapier Strom 2030

Im Einzelnen schlägt der bne u.a. vor, den widersprüchlichen Mix von Flexibilisierungsanreizen aus Netzentgelten und sonstigen Signalen aufzulösen und die besonderen Netzentgelte für Flexibilität zu öffnen. Um Flexibilität im Verteilnetz tatsächlich nutzbar machen zu können, muss ein Zusammenschluss der Betriebs-führung von Verteilnetzen angestrebt werden – Netzcluster ab einer Größe von etwa 1 Mio. Anschlussnutzern wären in der Lage, die nötige Steuerungsinfra-struktur wirtschaftlich zu betreiben.

Seitens der Politik sind kluge politische Vorgaben für Modernisierung des Kraft-werksparks nötig – insbesondere eine klare Antwort auf die Frage, wann wir aus der Kohleverstromung aussteigen und wie wir CO2-ärmere, flexible Gaskraftwer-ke einsetzen. Die Chance, die Versorgung auch im EU-Elektrizitätsbinnenmarkt abzusichern, sollte ergriffen und technische Standards und Regelungen zur Ver-sorgungssicherheit an die Veränderungen des Energiesystems angepasst werden. In einem System, das bis zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden soll, ist zudem Flexibilität viel wichtiger als einfache Stromeinsparung.

Der bne schlägt daher eine Orientierung an der Systemeffizienz vor – bei der Ausgestal-tung der politischen Instrumente sollte die Gesamteffizienz der Maßnahmen im Energiesystem als Maßstab genommen werden. Denn Stromverbrauch zum richtigen Zeitpunkt ist besser als ein Nichtverbrauch zum falschen Zeitpunkt. Schließlich werden sich mit der Sektorkopplung die Rollen und Funktionen einzelner Elemente im Energiesystem deutlich ändern – wir werden Energie zum Teil anders produzieren und anders einsetzen als bisher. Für die Übertragung der Ener-giewende auf den Wärme- und Verkehrssektor und die Verzahnung der einzelnen Systeme in der Sektorkopplung, ist ein signifikanter CO2-Preis als verbindendes Element nötig, der über den Verbrauch auf alle Sektoren und Energieträger wirkt.

Als Diskussionsbeitrag zu diesem Teil der Sektorkopplung veröffentlichte der bne am 10. Oktober die von ihm beauftragte Kurzstudie des IÖW mit Vorschlägen zur Änderung der EEG-Umlagebasis. Außerdem sollte darauf reagiert werden, dass in unserem Energiesystem mit zunehmender Eigenstromerzeugung die bis-her verbrauchsorientierte Netznutzungsabrechnung in der Niederspannung zum Problem wird. Als Lösung hierfür schlägt der bne eine Reform der Netzentgeltsystematik mit der Einführung eines Netzanschlussentgelts vor. Die Punkte im Einzelnen haben wir im Rahmen der Thesen und der ergänzenden Leitfragen dargelegt.

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Alexander Karasek

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