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05.10.2026

EEG-Novelle: Die big five für bessere Netze – so sinken die Systemkosten wirklich

Berlin den 5.10.2026, Schon heute lassen sich 75 Prozent unseres Energieverbrauchs wirtschaftlich sinnvoll elektrifizieren. Niedrige Strompreise sind der Schlüssel für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung will also zurecht die Systemkosten senken. Doch viele Maßnahmen der EEG-Novelle drohen, sie weiter zu erhöhen. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) empfiehlt deshalb, bestehende Hürden für Erneuerbare und Speicher abzubauen: vorhandene Netze besser nutzen und die Marktintegration erleichtern.

Fünf Vorschläge konkrete für niedrige Systemkosten: Netzanschlüsse besser nutzen, Strom speichern statt abregeln, Prosumern Flexibilität ermöglichen und Mittelstands-PPAs sichern. Ohne einen Cent zusätzliche Förderung können diese Maßnahmen Redispatch und Abregelung reduzieren, Strompreisspitzen dämpfen und die EEG-Förderkosten verringern – und damit in Summe die Systemkosten erheblich zu senken.

Freiheit hinter dem Netzanschlusspunkt. Ob größere Solaranlage oder zusätzlicher Speicher: Beides muss erlaubt sein, solange die vereinbarte maximale Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt unverändert bleibt. Dafür sollte es keine erneute Anschlussprüfung brauchen. So lassen sich bestehende Anschlüsse besser nutzen und Investitionen vereinfachen.

Nutzen statt abregeln. Strom hinter dem Netzverknüpfungspunkt Zwischenzuspeichern muss selbstverständlich werden – auch während des Redispatch. Statt erneuerbaren Strom abzuregeln, kann er gespeichert und später eingespeist werden. Speicher an Solaranlagen müssen außerdem Netzstrom aufnehmen dürfen, beispielsweise überschüssigen Windstrom vom benachbarten Windpark. Alles andere ist Verschwendung von Geld und Energie. Dafür braucht es praktikable Regeln für den Grün-/Graustrom-Mischbetrieb wie sie die kürzlich beschlossene MiSpeL richtigerweise vorsieht.

Netznutzung für alle: Auch bestehende Anschlussleitungen sollten gemeinsam genutzt werden können, sofern sie technisch dafür geeignet sind. Ein gesetzliches Mitnutzungsrecht würde zusätzliche Kabeltrassen vermeiden und die Anschlusskosten senken.

Flexibilität von Prosumern erhalten. Die starre 50-Prozent-Begrenzung für Flexibilitäten bei Dachanlagen ist zu simpel. Sie verhindert Einspeisung auch bei freien Netzkapazitäten und beschränkt die Nutzung von Speichern. Die Anlagen sollen in die Direktvermarktung – dann darf man es nicht im gleichen Atemzug durch undifferenzierte Pauschalbeschränkungen verhindern . Nachteile für das Netz gibt es keine , denn Steuerboxen ermöglichen gezielte Eingriffe bei Netzengpässen. Eine pauschale Kappung verschenkt dagegen Flexibilität: Speicher sollen günstigen Strom aufnehmen und bei Knappheit einspeisen können. Das dämpft Preisspitzen und macht Strom für alle günstiger.

Mittelstands-PPAs möglich lassen. Der Mittelstand steht unter besonderem wirtschaftlichem Druck und hat bei der Finanzierung andere Voraussetzungen als Großunternehmen. Langfristige Stromlieferverträge brauchen deshalb eine verlässliche Absicherung. Der spätere Wechsel in die EEG-Förderung sollte zu einem frei wählbaren Zeitpunkt möglich bleiben. Diese Wechselmöglichkeit erleichtert die Finanzierung von PPA-Projekten und eröffnet mittelständischen Unternehmen den Zugang zu langfristig günstigem Wind- und Solarstrom. Jedes Jahr im PPA spart ein Jahr Förderkosten im EEG. Ein Verbot der EEG-Absicherung hätte hingegen zwangsläufig ein Einbrechen des Neuanlagenmarktes für Mittelstands-PPAs zur Folge.

Busch: “Das alles sind keine Detailspielereien für Spezialisten, sondern große Hebel für effiziente Netze und weniger Systemkosten“. Wie groß dieser Hebel ist, zeigt eine aktuelle Fraunhofer-Simulation: Zusätzliche Batteriespeicher mit 40GWh Speicherkapazität ermöglichen im Modell rund 88 Prozent weniger Hochpreisstunden, einen um 35 Prozent höheren Marktwert für Solarstrom und rechnerisch bis zu 1,2 Milliarden Euro weniger EEG-Förderbedarf pro Jahr.

Der Bundestag hat jetzt die Chance, diese Vorschläge aufzugreifen und den Weg für günstigeren Strom freizumachen. „Die Bundesregierung muss ihrem eigenen Anspruch gerecht werden und die Kosten des zukünftigen Stromsystems senken. Der größte Hebel dafür ist, Flexibilität zu ermöglichen. Das hilft auch den Netzen effizienter zu werden und ermöglicht der Wirtschaft wieder Wachstum.“ sagt Robert Busch, Geschäftsführer des bne


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Markus Schleuning

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