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24.09.2026

PRESSEMITTEILUNG: EEG und Netzanschlusspaket: Investitionen sichern, Netzkrise überwinden

EEG-Novelle und Netzanschlusspaket brauchen dringende Nachbesserungen, um wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Deutschland braucht eine schnellere Vergabe von Netzanschlüssen, mehr Flexibilität und verlässliche Bedingungen für Investitionen in günstigen Strom. Die vorliegenden Entwürfe drohen dagegen, die bestehende Netzkrise zu verschärfen: Sie erweitern einseitig die Spielräume der Netzbetreiber, verlagern Risiken auf Anlagenbetreiber und erschweren die wirtschaftliche Nutzung von Erneuerbaren und Speichern.

Höhere Risiken durch begrenzten Netzzugang gefährden die Finanzierung und Wirtschaftlichkeit von Wind-, Solar- und Speicherprojekten. Der bne fordert deshalb, den gesetzlichen Netzanschlussanspruch auch in kapazitätslimitierten Gebieten zu erhalten und zusätzliche Ablehnungsrechte der Verteilnetzbetreiber zu vermeiden. Der Redispatch-Vorbehalt sollte ersatzlos gestrichen werden: Er belastet die Finanzierung neuer Anlagen und entlastet zugleich Netzbetreiber von den wirtschaftlichen Folgen bestehender Engpässe.

Langfristige Stromlieferverträge ab Inbetriebnahme mit späterer EEG-Absicherung ermöglichen auch mittelständischen Unternehmen den Zugang zu günstigem Wind- und Solarstrom. Starter- und Mittelstands-PPAs müssen weiterhin möglich bleiben.

Lokal erzeugter Strom kann ohne zusätzlichen Netzausbau in Co-Location-Speichern aufgenommen werden. Dabei muss auch ein Netzbezug zulässig sein, damit die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Es braucht weiterhin praktikable Regeln für den Grün-/Graustrom-Mischbetrieb.

Netzanschlüsse beschleunigen und vorhandene Kapazitäten nutzen

Langsame und unberechenbare Netzanschlüsse verzögern Investitionen und bremsen Wachstum und Beschäftigung. Der Netzausbau muss sich weiterhin am Bedarf von Erzeugung, Speichern und Verbrauchern orientieren. Ein gesetzlicher Standardrahmen für flexible Netznutzung im EEG, ein Recht auf Überbauung und klare Nutzungsregeln können vorhandene Anschlusskapazitäten besser erschließen.

Für Priorisierung und Reservierung von Netzanschlüssen empfehlen sich bundesweit nachvollziehbare Kriterien und Projektfortschrittsnachweise, um spekulative Kapazitätsblockaden zu verhindern. Freie und reservierte Kapazitäten, Schaltfeldauslastung sowie Ausbau- und Fertigstellungstermine müssen transparent sein. Bei der Spitzenkappung braucht es Übergangsfristen und grundsätzlich Vertrauensschutz für bereits bezuschlagte Projekte.

Kleine Solaranlagen wirtschaftlich in den Markt bringen

Die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik auf Dächern ist akut bedroht. Dächer werden kleiner belegt. Durch Nulleinspeisung fehlen dem Markt günstiger Solarstrom und die Flexibilität der Heimspeicher. Der bne empfiehlt, die geförderte Direktvermarktung für PV-Anlagen von 2 bis 25 Kilowatt als Brücke in den Markt.

Dafür muss die Direktvermarktung aber auch massentauglich sein. Entscheidend sind kurzfristig massentaugliche Prozesse, die den Marktstart ab Inbetriebnahme ermöglichen und unnötige Zuordnungs- und Wechselprozesse vermeiden. Anlagen mit intelligentem Messsystem, die sich in der Direktvermarktung befinden, müssen zudem von der starren 50-Prozent-Begrenzung grundsätzlich befreit werden, damit sie ihren Strom dank Speicher flexibel am Markt bereitstellen können.

„Wer Probleme lösen will, muss an der Ursache ansetzen. Die derzeitige Netzkrise ist entstanden, weil vorausschauender Netzausbau, Digitalisierung und funktionierende Netzanschlussprozesse nicht umgesetzt wurden. Genau diese Probleme müssen jetzt gelöst werden. Netzanschlusspaket und EEG gehen jedoch den umgekehrten Weg: Sie bürden die Folgen dieser Versäumnisse den Erzeugern auf.“ erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des bne.


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Markus Schleuning

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