Netze, Veröffentlichungen
27.04.2026

3EPunkt-Studie zeigt Einsparpotenziale von bis zu 12,4 Milliarden Euro pro Jahr im deutschen Verteilnetz

Der Netzausbau könnte deutlich günstiger vonstattengehen. Die neue Studie von 3EPunkt zeigt: Die eigentliche Herausforderung liegt weniger im Ausbau der Verteilnetze als in deren effizienter Organisation. Bereits heute könnten rund 5,2 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden – bis 2045 wächst dieses Potenzial auf 12,4 Milliarden Euro jährlich an.

Die Analyse nennt vier zentrale Ansatzpunkte: eine bessere Auslastung der Netze durch Digitalisierung und Flexibilisierung, mehr Standardisierung anstelle der derzeit 851 Netzgebiete, eine Anpassung der Eigenkapitalrenditen von Netzbetreibern sowie eine breitere Verteilung der Netzkosten durch die stärkere Einbeziehung von Eigenverbrauchern und den Abbau bestehender Industrieprivilegien.

Nach Einschätzung der Studie sind steigende Netzentgelte daher nicht zwangsläufig. Ein erheblicher Teil der Kosten entsteht demnach durch bestehende Planungsstrukturen, begrenzte Transparenz und ausbleibende Reformen. Für eine langfristige Stabilisierung der Netzentgelte seien daher vor allem strukturelle Anpassungen, mehr Digitalisierung und ein effizienteres Kostenmanagement relevant.

Im Fokus der Debatte sollten aus Sicht der Studie weniger steigende Kostenprognosen als vielmehr Reformen stehen, die vorhandene Effizienz- und Einsparpotenziale im Verteilnetz systematisch nutzen. Unter diesen Voraussetzungen könnten Netzentgelte trotz notwendiger Investitionen langfristig stabilisiert oder reduziert werden.

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Markus Schleuning

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