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Pressemitteilung & Statement

bne zur Veröffentlichung des Wertes für Xgen durch die Bundesnetzagentur

Der Wert ist aus bne-Sicht sehr gering und beschert Netzbetreibern ein großzügiges Weihnachtsgeschenk.

Berlin, 6.12.2018. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat den generellen sektoralen Produktivitätsfaktor für Betreiber von Elektrizitätsversorgungsnetzen für die dritte Regulierungsperiode für Strom (Xgen) mit 0,9 Prozent festgelegt. Der Wert ist aus Sicht des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne) sehr gering und beschert Netzbetreibern ein großzügiges Weihnachtsgeschenk. Dazu Robert Busch, bne-Geschäftsführer:

„Unser Energiesystem benötigt Stromnetze und die Energiewende benötigt intelligente Netze. Die Anreizregulierung soll sicherstellen, dass Netzbetreibern ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um ihrer Netze zu betreiben und in Infrastruktur zu investieren.

Im Vorfeld zur Xgen-Festlegung hat die Bundesnetzagentur den Xgen in einem aufwendigen und transparenten Verfahren berechnet. Das Ergebnis war eine Bandbreite mit plausiblen Werten am Anfang und am Ende der Skala. Zum Vorteil der Netzbetreiber nutzt die Bundesnetzagentur nicht nur den unteren Wert, sondern hat diesen jetzt zusätzlich, zu Gunsten der Netzbetreiber, pauschal gesenkt. Das ist ein doppeltes Weihnachtsgeschenk auf Kosten der Energieverbraucher. Der aktuelle Klagechor, der nun bejammert, Xgen sei unglaublich hoch, ist nicht zu verstehen.

Die Verteilnetzbetreiber haben neben dem Netzbetrieb den Auftrag, die Netze intelligent nach den Notwendigkeiten von erneuerbaren Energien, Speichern und flexiblen Verbrauchern aufzubauen. Der gewählte Xgen gefährdet dies in keiner Weise. Wirklich beklagenswert ist dagegen die vergeigte Novelle der Anreizregulierungsverordnung.  Hier wäre es aller Mühen wert, intelligentere Lösungen möglich zu machen, als nur Kupfer zu vergraben.“

Zum Hintergrund

Im Wettbewerb richtet sich der Marktpreis nach Angebot und Nachfrage. Unternehmen stehen in Konkurrenz zu einander und haben einen Anreiz, kosteneffizient zu sein und ihren Effizienzfortschritt im Laufe der Zeit an die Kunden weiterzugeben. Der Netzbetrieb stellt ein Monopol dar. Damit Netzbetreiber dennoch einen Anreiz haben, kosteneffizient zu sein und die Kostensenkungen an die Kunden weiterzureichen, greift die Bundesnetzagentur regulierend ein. Mit dem sektoralen Produktivitätsfaktor Xgen gibt die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern vor, wie weit sie ihre Kosten absenken müssen. Der Xgen soll einerseits die abweichende Preisentwicklung der Netzbetreiber von der gesamtwirtschaftlichen Preisentwicklung und andererseits die unterschiedliche Produktivitätsentwicklung zwischen den Netzbetreibern und der Gesamtwirtschaft abbilden. Je höher der Wert, umso produktiver muss das Unternehmen wirtschaften.

Für die dritte Regulierungsperiode hat die Bundesnetzagentur Xgen zudem nach wissenschaftlichen Methoden berechnet. In die Berechnung sind u.a. Vergleichsdaten zur Produktivität anderer wettbewerblicher Branchen in Deutschland eingeflossen.

Pressekontakt:
Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.
Alena Müller
Fon: +49 30/ 400 548-18
alena.mueller@bne-online.de

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