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Pressemitteilung & Statement

Droht großen Mieterstromanlagen mit dem geplanten Energiesammelgesetz das Aus?

Es braucht Kombination mit einem wirksamen CO2-Preis und einer Reform des Abgaben- und Umlagensystems

Berlin, 02.11.2018. Die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD hat sich auf einen Entwurf für das Energiesammelgesetz geeinigt. Die Regierung plant darin, den Mieterstromzuschlag für große Mieterstromanlagen um bis zu 50 Prozent zu kürzen. Ursache ist die angedachte Förderkürzung für PV-Anlagen von 40-750 Kilowatt ab Januar 2019, die sich auch unmittelbar auf den Mieterstromzuschlag auswirkt. Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft, bne, sagt dazu:

„Diese Maßnahme darf nur erfolgen, wenn sie von der Bundesregierung gleichzeitig mit einem wirksamen CO2-Preis und einer Reform des Abgaben- und Umlagensystems kombiniert wird. Ohne eine solche Kombination bereitet die Bundesregierung dem Zubau großer Mieterstromanlagen ein Ende. Schon heute liegt der Zubau von Mieterstromanlagen deutlich hinter den Erwartungen zurück: Die Bundesregierung hat den Zubau mit Mieterstrom-PV-Anlagen auf jährlich 500 Megawatt peak begrenzt, doch davon wurde bisher nur ein Prozent ausgeschöpft. Dabei ist dieses Modell besonders für die Energiewende in den Städten unverzichtbar. Hier wartet eine Vielzahl von Dachflächen darauf, ihr Potenzial für die CO2-freie Stromerzeugung auszuschöpfen.

Grundsätzlich ist es an der Zeit, andere Investitionsmodelle jenseits des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu erarbeiten. Was wir benötigen ist eine Reform: Damit die erneuerbaren Energien mittelfristig in einen selbsttragenden Markt kommen, muss das EEG zu einem über die Nachfrage funktionierenden marktaffinen System mit wettbewerblich ermittelten Preisen weiterentwickelt werden. Treiber dieser Nachfrage werden die dezentrale Versorgung sowie die Sektoren Wärme und Mobilität sein, die eine Sogwirkung aus dem Markt erzeugen. Denn es ist ja gerade Sinn und Zweck der Energiewende, dass regenerativ erzeugter Strom auch im Wärme- und Verkehrsbereich fossile Energien ersetzt. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 65 Prozent steigen. Dafür müssen das bisherige Ausbautempo noch erheblich gesteigert und die Potenziale jenseits des EEGs freigesetzt werden.“

Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) Der bne steht seit 15 Jahren für Markt, Wettbewerb und Innovation in der Energiewirtschaft. Unsere Mitglieder entwickeln wegweisende Geschäftsmodelle für Strom, Wärme und Mobilität.

Pressekontakt:
Alena Müller
Pressesprecherin/ Spokesperson
Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. / Association of Energy Market Innovators
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Fon: +49 30/ 400 548-18
Fax: +49 30/ 400 548-10
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