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Pressemitteilung & Statement | Wettbewerb Digitalisierung

5 Jahre Fukushima: Innovationen voranbringen

Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima stehen weitere wichtige Etappen der Energiewende bevor. „Die Klimabeschlüsse von Paris erhöhen den Druck bei der Dekarbonisierung der Energieversorgung, Digitalisierung und Dezentralisierung ermöglichen viele neue Geschäftsmodelle und stellen andere in Frage“, betont Robert Busch, Geschäftsführer des bne. Die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität wird dabei ein prägendes Element des künftigen Energiesystems sein.

Das Energiesystem der Zukunft zeichnet sich bereits heute ab: Versorgungssicherheit und Netzstabilität sollen über viele Millionen dezentrale Erzeugungsanlagen und Speicher gewährleistet werden, die miteinander und mit kleinen und großen Verbrauchern verbunden sind. Digitale Anwendungen etwa zum Messen und Steuern spielen dabei eine wichtige Rolle. Mit den Gesetzen zum Strommarktdesign sowie zur Digitalisierung der Energiewende hat die Bundesregierung wichtige Schritte auf diesem Weg unternommen. Beide befinden sich aktuell im parlamentarischen Verfahren. „Wir hoffen darauf, dass diese Vorhaben nun auch zeitnah in Kraft treten können, um neue energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle, vernetzte Dienstleistungen für Strom, Wärme und Mobilität oder das Lastmanagement zu ermöglichen“, betont bne-Geschäftsführer Busch. Der bne und seine Mitgliedsunternehmen sind hier Vorreiter.

Intelligente Infrastruktur

Eine wichtige Rolle für das Gelingen der Energiewende spielt eine moderne und effiziente Leitungsinfrastruktur. Bei der aktuellen Diskussion über die Reform der Anreizregulierung sollten dafür die richtigen Impulse gesetzt werden. Dabei gilt es, die Kostenbelastung für die Energiekunden im Blick zu halten. „Niemand bestreitet, dass in das Netz investiert werden muss, aber nicht überall in gleichem Maße. Mit intelligenter Netztechnik sowie gemeinsamen Betriebsführungen auf Verteilnetzebene ließen sich die Kosten reduzieren“, betont Busch.

Im Zuge des Ausbaus der wetterabhängigen erneuerbaren Energien braucht es zudem Anreize, Erzeugung und Verbrauch zu flexibilisieren. „Wegen der geltenden Netzentgeltvergünstigungen für energieintensive Unternehmen bei einem möglichst konstanten Strombezug werden bestehende Flexibilitätspotentiale oft nicht gehoben“, so Busch. Auch die Vergünstigungen für die sogenannte atypische Netznutzung haben sich überholt, weil die Zugrunde liegenden Zeitfenster noch aus der Welt zentraler Großkraftwerke stammen und nichts mit der Einspeisung von Solar- oder Windenergie gemein haben. 

In einer künftigen Netzentgeltsystematik sollten Hemmnisse für eine Flexibilisierung beseitigt werden. Gleichzeitig muss die Frage beantwortet werden, wie angesichts der zu erwartenden Zunahme von Eigenverbrauchslösungen die Netzkosten gerechter verteilt werden können.

Mehr dazu auch im bne-Kompass: Innovationen in der Energiewirtschaft