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Studie | Erneuerbare

Studie: Solarparks - Gewinne für die Biodiversität

Untersuchung zum Einfluss der Photovoltaik auf die Artenvielfalt

Eine der zentralen Fragen der Energiewende ist die optimale Verwendung des kappen Gutes „Fläche “, um Klimaschutz, Landwirtschaft und Naturschutz miteinander zu verbinden. Die im November 2019 veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft, bne, kommt zu dem Ergebnis, dass Solarparks positiv auf die Biodiversität wirken.

Autoren der Studie sind:

  • Rolf Peschel, Der Projektpate, www.projektpate.eu
  • Dr. Tim Peschel, Peschel Ökologie & Umwelt
  • Dr. Martine Marchand
  • Jörg Hauke

Ziel der Studie ist es, herauszustellen, ob und in welchem Umfang Solarparks einen Beitrag zur floristischen und faunistischen Artenvielfalt - der Biodiversität - leisten können.

Hierzu wurden Unterlagen zur Vegetation und Fauna von 75 Solarparks in Deutschland ausgewertet. Die für die Parks vorliegenden Studien und Untersuchungen, die aus 9 Bundesländern, zumeist aus der Genehmigungsphase der Parks stammen, sind allerdings sehr heterogen. Dennoch konnten von knapp 40 % der betrachteten Solarparks Unterlagen zur Auswertung verwendet werden. Für einige Parks liegen zudem intensive Untersuchungen vor, teilweise als Vergleich des Vorher- und Nachher-Zustands, so dass aussagekräftige Schlussfolgerungen gezogen werden können. Daraus lässt sich ableiten, dass Solarparks grundsätzlich positiv auf die Biodiversität wirken und welcher Aufbau insbesondere in Bezug auf den Reihenabstand der Module und auf die Pflege der Reihenzwischenräume helfen kann, die Biodiversität zu steigern.

Neben einer Auswertung der geeigneten Unterlagen in Bezug auf die Ausprägung der Vegetation und auf die Besiedlung der Parks mit unterschiedlichen Tiergruppen werden in der vorliegenden Studie einige Parks beispielhaft ausführlicher beschrieben. Abschließend werden Hinweise zu Inhalt, Aufbau und Umfang künftiger Monitoring-Untersuchungen gegeben. Ein Ziel solcher Monitorings könnte sein, mittelfristig einheitliche Mindeststandards zum Aufbau von Solarparks zu entwickeln. Die wichtigsten Ergebnisse der Auswertung der vorliegenden Unterlagen sind:

  • Eine Flächeninanspruchnahme von Flächen für Solarparks ist grundsätzlich positiv zu sehen, da sie neben dem Klimaschutzbeitrag durch die Erzeugung erneuerbarer Energie gleichzeitig zu einer Flächenaufwertung im Sinne der Erhaltung der biologischen Vielfalt führen kann.
  • Die Flächeninanspruchnahme durch die Anlagen kann bei naturverträglicher Ausgestaltung zu einem deutlich positiven Effekt auf die Artenvielfalt führen.
  • Eine wesentliche Ursache für die teilweise arten- und individuenreiche Besiedlung von Solarparks mit Arten aus unterschiedlichen Tiergruppen ist die dauerhaft extensive Nutzung oder Pflege des Grünlandes in den Reihenzwischenräumen. Dies unterscheidet diese Standorte deutlich von intensiv landwirtschaftlich genutzten Standorten oder Standorten zur Energiegewinnung aus Biomasse.
  • Solarparks können die Artenvielfalt im Vergleich zur umgebenden Landschaft fördern. Dies ist mit den vorliegenden Unterlagen für Tagfalter, Heuschrecken und Brutvögel belegt.
  • Es besteht teilweise ein deutlicher Unterschied zwischen Solarparks mit breiten und schmalen Reihenabständen. Breitere besonnte Streifen zwischen den Modulreihen erhöhen die Arten- und Individuendichten. Dies ist belegt für die Besiedlung mit Insekten, Reptilien und Brutvögeln. Besonders deutlich ist dies für die Zauneidechse nachgewiesen.
  • Die Auswertung der Unterlagen zeigt auch einen möglichen Trend im Unterschied der Bedeutung kleiner Anlagen im Vergleich zu großflächigen Anlagen: Während kleinere Anlage als Trittsteinbiotope wirken und damit Habitatkorridore erhalten oder wieder herstellen können, können große Anlagen - bei entsprechender Unterhaltung - ausreichend große Habitate ausbilden, die den Erhalt oder den Aufbau von Populationen z. B. von Zauneidechsen oder Brutvögeln ermöglichen.
  • Solarparks auf Konversionsflächen können dazu beitragen, die Sukzession der Vegetation, die zu einem Verlust offener, besonnter Habitate führt, zu stoppen.
  • Es besteht noch weiterer Untersuchungsbedarf. Insbesondere ein Monitoring der Besiedlung der Solarparks nach Errichtung der Anlagen fehlt oft. Es kann jedoch die Bedeutung der Solarparks für die Arten- und Individuendichten verschiedener Tiergruppen deutlich machen.

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