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„Eine große Chance für die europäischen Energiemärkte“

Ein Interview mit Christoph Bilshausen, Head of Origination Deutschland bei der Axpo Trading AG.

International finden sich immer mehr Beispiele für sogenannte Power Purchase Agreements, kurz PPAs, als Vermarktungsoption für Ökostrom. Dabei handelt es sich um langfristige Stromlieferverträge, die direkt zwischen einem Käufer (Stromabnehmer) und einem Verkäufer (Anlagenbetreiber) abgeschlossen werden. Die Axpo Trading AG, ein Tochterunternehmen des Schweizer Energieunternehmen Axpo, ist im internationalen Stromhandel tätig und nutzt das Vermarktungsmodell. Ein Gespräch mit Christoph Bilshausen, Leiter des Geschäftsbereichs Stromhandel bei der Axpo Trading AG.

Herr Bilshausen, Axpo setzt, wie aktuell in Portugal, bei Erneuerbaren-Projekten auf langfristige Stromlieferverträge. Was ist aus Ihrer Sicht der große Vorteil dieses Instrumentes?

Ein PPA wie es Axpo abgeschlossen hat, gibt Preissicherheit für den Produzenten. Während die Förderung umweltfreundlicher Projekte durch die Regierungen zurückgeht, geben PPAs Planungssicherheit und ermöglichen eine Finanzierung und Realisierung eines Projektes auch ohne staatliche Förderung. Solche Verträge sind eine große Chance für die europäischen Energiemärkte: Sie begünstigen die Entwicklung erneuerbarer Energien und sichern für Großunternehmen eine bezahlbare, langfristige und saubere Energieversorgung.

Welche Rolle übernimmt Axpo dabei?

Axpo übernimmt die Rolles eines zuverlässigen Abnehmers, der dank seiner guten Bonität einen fixen Abnahmepreis langfristig garantieren kann. Somit hat der Hersteller eine Struktur ohne Marktrisiko.

Können PPAs auch eine Perspektive für Anlagen sein, die ab 2020 aus dem EEG fallen? Wir sind absolut davon überzeugt, dass langfristige PPAs eine Option für Altanlagen sein können. Auch hier ermöglicht die langfristige Absicherung der Einnahmen aus der Produktion eine Planungssicherheit, die essentiell für mögliche Investitionen ist.

Welche Länder sind auch Ihrer Sicht bei PPA führend?

Wir sehen, dass unsere Nachbarländer und insbesondere Skandinavien, wo Axpo mit Axpo Nordic ebenfalls tätig ist, europaweit eine Vorreiterrolle im Bereich PPA übernehmen.

Welche regulatorischen Hemmnisse gibt es?

Für Anlagen die nach wie vor eine EEG-Förderung erhalten, macht ein PPA im aktuellen Umfeld wenig Sinn. Darüber hinaus haben wir in jedem europäischen Markt unterschiedliche Regularien für erneuerbare Energien; das erschwert einen einheitlichen Ansatz für pan-european PPAs. Daher sind für Axpo lokale Niederlassungen so entscheidend, um vor Ort die Märkte bespielen und Erfolg haben zu können.

Christoph Bilshausen

Head of Origination Deutschland bei der Axpo Trading AG

Mehr Informationen zum Unternehmen unter: www.axpo.com

Der Text ist im November 2018 in der bne-Publikation Kompass 02/2018 erschienen.

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