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Digitalisierung | Metering

Flottenbezogener Messstellenbetrieb

Ein Beispiel für ein Geschäftsmodell der digitalen Energiewende

 In der Vergangenheit waren energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle meist wirtschaftlich und rechtlich klar definiert. Stark vereinfacht war die Wertschöpfungskette wie folgt: Der Stromlieferant kauft Strom beim Erzeuger und liefert diesen über das Netz an den Verbraucher. Diese Struktur ist linear, die Schnittstellen, an denen die Marktakteure in Kontakt mit anderen Marktpartnern treten, sind bestimmbar und zahlenmäßig begrenzt. Die digitale Transformation durchbricht die lineare Struktur. Smart Metering wird zum Kernstück der digitalen Energiewirtschaft. Mit der Liberalisierung der Rolle des Messstellenbetreibers und der zunehmenden Bedeutung der Mess- und Kommunikationstechnologien in der Energiewirtschaft wandelt sich diese Rolle. Messstellenbetreiber werden von jährlichen Ablesern zu Managern großer und sich ständig verändernder Datenwolken.

Doch welche Geschäftsmodelle bietet die digitale Energiewende und welche Rolle spielt dabei Smart Metering?

Ein Beispiel: Für Unternehmen, die eine eigene Flotte an E-Fahrzeugen betreiben, kann sich das praktische Bedürfnis ergeben, die Strommengen, die außerhalb des Unternehmenssitzes an öffentlichen Ladepunkten für die unternehmenseigenen E-Fahrzeuge bezogen worden sind, zentral zu erfassen. Auf Grundlage einer derart gebündelten Mengenerfassung können die benötigten Strommengen zu günstigen Konditionen beschafft und einheitlich abgerechnet werden.

So kommt zum Beispiel ein flottenbezogener Messstellenbetrieb für sogenannte Car Sharing-Anbieter in Betracht. Soweit Car- Sharing-Lösungen auf Grundlage von mit Elektrofahrzeugen umgesetzt angeboten werden, bietet es sich an, in den Fahrzeugen entsprechende Ladekarten zu deponieren, mit denen die Nutzer leicht und unkompliziert an öffentlichen Ladesäulen laden können.

Der Text ist ein Auszug aus dem:

bne-Leitfaden: Geschäftsmodelle und Rechtsrahmen der digitalen Energiewende

Der bne-Leitfaden: Geschäftsmodelle und Rechtsrahmen der digitalen Energiewende bietet weitere Beispiele für Geschäftsmodelle der digitalen Energiewende. Die knapp 100 Seiten starke Publikation richtet den Fokus auf Geschäftsmodelle, die mit dem Wandel der technischen Dimension „Messwesen“ zum „Smart Metering“ in der Energiewirtschaft möglich werden. Im Unterschied zu vielen anderen Branchen, in denen bereits grundlegende Veränderungsprozesse durch die Digitalisierung stattfinden, steht in der Energiewirtschaft dieser Wandel erst noch bevor. Von etwas mehr als 50 Millionen Zählpunkten in Deutschland sind heute (Juni 2018) etwa 1 Millionen Zählpunkte mit Smart Metern ausgerüstet. Um die Smart Meter selbst geht es in diesem Leitfaden aber weniger – vielmehr steht die Frage im Vordergrund, wie sich die unterschiedlichsten Messdaten und die damit verbundenen und umgewandelten Daten kombiniert mit Steuerungs- und Regelungstechnik nutzen lassen, wenn Smart Metering in der Energiewirtschaft, Elektromobilität oder der Wohnungswirtschaft eingesetzt wird.

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