Sie haben Probleme diese Email anzuzeigen? Hier geht's zur Web-Ansicht.

bne-Newsletter 4/2020

Liebe Leserinnen und Leser,

bei den Schutzmaßnahmen gegen Corona gibt es inzwischen vielfältige Lockerungen. Davon ist die Politik im Energiebereich weit entfernt. Unverändert sind viele Positionen festgefahren und die Koalitionspartner sind seit Beginn der Legislaturperiode in ihren Gräben erstarrt. Das Ringen geht weiter, sei es auch auf Kosten ganzer Branchen, wie aktuell der Solar- und Windbranche. Selbst der gedanklich längst abgehakte Kohleausstieg steckt fest. Nicht zuletzt kommt auch die Erhöhung der CO2-Preise im Wärme- und Verkehrssektor über das BEHG nicht voran. Die nächsten Wochen und Monate gilt es daher weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. Bei den Fristen rund um die Corona-bedingten Verzögerungen ist dies bereits weitgehend gelungen. Angesichts der sich verschlechternden Finanzlage des Staates werden wir noch mehr Ideen entwickeln müssen, wie die Energiewirtschaft auch ohne zusätzliche Staatsverschuldung zu einer wirtschaftlichen Erholung beitragen kann. Der bne erarbeitet hierzu derzeit eine Vielzahl von Vorschlägen.

Weitere wichtige Energienachrichten der vergangenen Wochen aus Bonn, Berlin und Brüssel:

Über die Corona-Krise als Chance für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft

3 Fragen an Carsten Pfeiffer, Leiter Politik und Strategie beim Bundesverband Neue Energiewirtschaft

Was ist aus Sicht des bne der richtige Weg für die Neue Energiewirtschaft raus aus der Corona-bedingten Rezession?

Die Position des bne ist eindeutig: Wirtschaftliche Erholung und Erreichung der Klimaziele müssen Hand in Hand gehen. Vom Green Deal abzurücken, wäre schädlich für Konjunktur, Klima und zukunftssichere Jobs. Der Politik ist daher dringend empfohlen, jetzt schnell vorhandene, insbesondere bürokratische Hürden abzubauen. So kann der Neustart noch während der Krise optimal vorbereitet werden. Der bne setzt auf die Wirtschaftskräfte, die durch eine Entfesselung freigesetzt werden können, sei es durch Entbürokratisierung, kluge Regulierung oder Innovationen.

Worum geht es konkret?

Konkret geht es um dutzende politische Rahmenbedingungen, die jetzt geändert werden sollten, um die energiewirtschaftliche Konjunkturentwicklung nach der Corona-Krise positiv zu beeinflussen. Die Maßnahmen erstrecken sich auf die gesamte Energiewirtschaft, z.B. die Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien, der flexible Verbrauch z.B. bei der Elektromobilität oder Netzthemen. Wir sollten die Regulierung entbürokratisieren, Innovationen voranbringen und schädliche Subventionen abbauen, anstatt in einem steigenden Subventionswettbewerb mit der Gießkanne Geld verteilen, in der Hoffnung, dass dann schon irgendwas passieren möge.

Welche Ziele sind erreichbar?

Wenn Wettbewerbsverzerrungen reduziert werden und unnötige bürokratische Hemmnisse beseitigt werden, können an vielen Stellen Fortschritte erzielt werden, ohne dass man hierfür zusätzlich Geld in die Hand nehmen muss. Wir können also die gleichen Energie- und klimapolitischen Ziele mit deutlich geringeren volkswirtschaftlichen Kosten erreichen, als wenn wir einfach nur versuchen, mit möglichst viel Geld die Ziele zu erreichen. Die Staatsverschuldung steigt derzeit rapide. Wir müssen uns daher genau überlegen, wo wirklich mehr Geld benötigt wird und wo wir Ziele stattdessen mit mehr Grips erreichen können.

Der bne arbeitet mit Nachdruck daran, aus dieser vorübergehenden Schwächung eine politische Bewegung für ebenso mutige wie kraftvolle Entscheidungen für eine wirklich zukunftsfähige neue Energiewirtschaft zu formen.

Sie haben Fragen an unsere bne-Experten?

Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: newsletter@bne-online.de

Digitalisierung: Smart-Meter-Rollout trotz Corona noch im Zeitplan

Erst war es das lange Warten auf die erste BSI-Markterklärung, jetzt könnte Corona den Smart-Meter-Rollout weiter verzögern. Denn die aufgrund der Pandemie erlassenen und weiterhin gültigen Kontaktbeschränkungen erschweren den Zugang zu den Kunden, bei denen die Geräte eingebaut werden sollen. Der bne hat daher beim BMWi nachgehakt, wie dort die Sachlage eingeschätzt wird. Das BMWi wurde zwar bereits auf das Problem möglicher Verstöße gegen gesetzliche Fristen angesprochen, aber bislang liegen keine konkreten Anfragen von Unternehmen vor, die eine Abschätzung zum Umfang zulassen würden, so das Ministerium.

Allerdings befinden wir uns beim Smart-Meter-Rollout hinsichtlich der gesetzlichen Pflichteinbauquote von 10 % für intelligente Messsysteme zum aktuellen Zeitpunkt auch noch am Anfang der dreijährigen Einbaufrist. Das BMWi werde die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen und ggf. erforderliche und geeignete Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren. Was die am 30. Juni 2020 ablaufende Frist für die Erreichung der Pflichteinbauquote von 10 % bei modernen Messeinrichtungen betrifft, hat die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde in Aussicht gestellt, die aktuellen Erschwernisse angemessen zu berücksichtigen.

Smart-Meter-Gateways – 11 Verbände fordern Beteiligung an BSI-Bedrohungsanalyse

Bei der technischen Weiterentwicklung der Smart-Meter Gateways müssen alle kritischen Punkte mit den betroffenen Marktakteuren erörtert werden. Am 23. April 2020 haben der bne und zehn weitere Verbände das GDEW-Roadmap-Team beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Geschäftsstelle Gateway-Standardisierung beim BMWi in einem Brief aufgefordert, die unterzeichnenden Verbände an der Ausgestaltung der Risikoanalyse zu beteiligen. Bisher ist geplant, die Realisierung einiger Anforderungen des Marktes zur Kommunikationsanbindung bestimmter Geräte und Anlagen von dieser Risiko- bzw. Bedrohungsanalyse des BSI abhängig zu machen. Das Ergebnis der Analyse hat erheblichen Einfluss auf den Einsatz von Technologien wie dezentrale Stromerzeugungsanlagen, Energiespeicher, Wärmeerzeuger und Elektrofahrzeuge sowie damit verbundene Services und Dienstleistungen. Eine Vorstellung und Diskussion von Prämissen, Methode und Zwischenergebnissen ist im Roadmap-Prozess allerdings bisher nicht vorgesehen. Ohne entsprechende Beteiligung der betroffenen Akteure lassen sich die Empfehlungen aus der Analyse nicht nachzuvollziehen und bei der technologischen Entwicklung berücksichtigen. Die Bereitstellung von zusätzlichen Informationen ist daher dringend notwendig.

Weitergehende Informationen:

Das Schreiben der 11 Verbände auf der bne-Webseite: bne-online.de

bne I: Gefragter Inputgeber für Naturschutzrecht bei Windkraftprojekten

Der bne wurde in die Diskussion im BMU um die Schaffung von untergesetzlichen Standards für die Anwendung von Regelungen des Naturschutzrechts bei Windkraftprojekten eingebunden. Konkret geht es um die artenschutzlichen Ausnahmeregeln („Handlungsfeld Ausnehmeregeln“), sowie um einen Methodenvorschlag zur Ermittlung eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos von Vögeln („Handlungsfeld Signifikanz“). Das klingt schräg, mag es vielleicht auch sein, es ist aber wichtig, weil eine hier falsch gesetzte Verkehrung vom Verhältnis Regel und Ausnahmen verheerende juristische Folgen haben kann. Die Angreifbarkeit wird z.B. um ein Vielfaches erhöht und die Unsicherheit und Verfahrensdauer im gleichen Maße gesteigert. Das BMU hatte kurzfristig am 21. April 2020 zu einer Webkonferenz mit Vertretern der Energieverbänden eingeladen, den Diskussionstand vorgestellt, sowie das weitere Vorgehen aufgezeigt.

bne II: Neue Broschüre fasst die Vorteile von PV-Freiflächenanlagen für die Biodiversität zusammen

Anfang April 2020 hat der bne eine Kurzbroschüre veröffentlicht, die die Ergebnisse der im Herbst 2019 veröffentlichte Studie „Solarparks - Gewinne für die Biodiversität“ übersichtlich zusammenfasst. Wichtig ist das Thema für den bne insbesondere deshalb, da hierdurch ein positiver Beitrag für großflächige Solarparks geleistet wird. Diese spielen insbesondere dann eine Rolle, wenn neue Vermarktungswege außerhalb der EEG-Förderung, z.B. über PPAs, erschlossen werden sollen.

Die neue Publikation bringt die Vorteile von PV-Freiflächenanlagen auf den Punkt: PV-Freiflächen-Anlagen sind ein Gewinn für Natur und Landschaft, im Vergleich zu intensiv oder zur Energiegewinnung aus Biomasse genutzten Flächen ab:

  • durch die Schaffung von extensivem Dauergrünland, das Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten ermöglicht,
  • die Förderung von Biodiversität, die Vorteile für die Landwirtschaft liefert (z.B. Zunahme bestäubender Insekten),
  • die Förderung von Insektenreichtum, der eine wichtige Nahrungsquelle für viele Brutvogelarten ist,
  • die Bildung von Humus, der die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und gleichzeitig CO2 bindet.

Weitergehende Informationen:

Kostenloser Download der Kurzbroschüre auf bne-online.de

bne ist Premiumpartner der Innovationsplattform The smarter E Europe

BREG I: Planungssicherstellungsgesetz für Planungsverfahren während der Corona-Krise

Die Bundesregierung hat ein Planungssicherstellungsgesetz erarbeitet, das zum Ziel hat, dass Planungsverfahren trotz der Einschränkungen der Corona-Krise abgeschlossen werden können. Veranstaltungsverbote und geschlossene Ämter haben dazu geführt, dass die vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung auf normalem Weg nicht mehr möglich ist. Daher sieht der Entwurf eines Gesetzes „zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Planungs- und Genehmigungsverfahren während der COVID-19-Pandemie 1“ kurz: „ Planungssicherstellungsgesetz“ vor, die Öffentlichkeitsbeteiligung zu digitalisieren. Damit können Antragsunterlagen auch über das Internet zugänglich gemacht sowie mündliche Verhandlungen oder Antragskonferenzen werden Online-Konsultationen durchgeführt werden. Stellungnahmen sollen durch einfache Emails möglich sein. Behörden sind zudem gehalten einen Zugang für die Abgabe elektronischer Erklärungen bereit zu halten.

Das Planungssicherstellungsgesetz wurde am 29. April 2020 im Bundeskabinett beschlossen und soll anfang Mai 2020 von den Regierungsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden. Von den neuen Regelungen profitieren auch Erneuerbare-Energien-Projekte, die einen Zuschlag bei Ausschreibungen erhalten (haben) aber noch Genehmigungen für die Projekte benötigen.

Weitergehende Informationen:

Die Pressemitteilung des BMI

BREG II: Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf zur Änderung des EEG 2017 (Fristverlängerungen für Erneuerbare Energien-Projekte, Klarstellungen bei der Bürgerenergie)

Das Bundeskabinett befasste sich am 29. April 2020 mit einer Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf zur Änderung des EEG 2017 und weiterer energierechtlicher Bestimmungen. Kerninhalte sind die Klarstellung von Regeln zum Umgang mit Fristen im Rahmen der BesAR und für bezuschlagte Erneuerbare Energien-Projekte, die aufgrund der Corona-Pandemie zu Problemen führen, sowie neue Regeln für Bürgerenergieprojekte. Die Realisierungsfristen und die Fälligkeit von Pönalen werden für Erneuerbare-Energien-Anlagen, die bereits einen Zuschlag erhalten haben, um sechs Monate verlängert. Für Bürgerenergieprojekte ist künftig eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Teilnahme an Ausschreibungen dauerhafte Voraussetzung. Zudem werden für diese Projekte Regeln für die Beteiligung von Gemeinden vorgesehen. Bürgerenergieprojekte erhalten weiterhin als Zuschlagswert den Preis des höchsten noch bezuschlagten Gebots.

Weitergehende Informationen:

Der Entwurf einer Formulierungshilfe

BREG III: Bundesregierung veröffentlicht Stellungnahme zu Sondergutachten der Monopolkommission: Wettbewerblicher Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur

Am 22. April 2020 hat die Bundesregierung ihre Stellungnahme zum Sondergutachten der Monopolkommission veröffentlicht. Die Bundesregierung teilt u.a. die Einschätzung der Monopolkommission, dass für den Erfolg der Elektromobilität auch günstige Preise für das Laden an öffentlichen Ladesäulen notwendig sind. Daher sei eine wettbewerbliche Ausgestaltung des Angebots von öffentlicher Ladeinfrastruktur wichtig und staatliche Institutionen, wie etwa Kommunen oder der Bund, sollten regionale Monopole von Ladeinfrastrukturbetreibern – zum Beispiel mittels Ausschreibungen – verhindern. Zudem beabsichtigt die Bundesregierung den Vorschlag der Monopolkommission zu prüfen, einen Leitfaden für den wettbewerblichen Aufbau der Ladeinfrastruktur zu erstellen.

Einer Öffnung der Ladeinfrastruktur für den Durchleitungswettbewerb steht die Bundesregierung allerdings kritisch gegenüber. Zum einen, da weiterhin auf der Vorleistungsebene – also bei der Ladeinfrastruktur – Marktmacht bestehen könne. Zudem habe der Gesetzgeber mit § 3 Nummer 25 Energiewirtschaftsgesetz bereits klargestellt, dass nicht der einzelne Fahrzeugnutzer an jedem Ladepunkt deutschlandweit eine Auswahl des Lieferanten trifft. Schließlich stelle ein ad-hoc-Lieferantenwechsel innerhalb von Sekunden eine bedeutende technische Herausforderung dar.

Außerdem wiederholt die Bundesregierung in der Stellungnahme ihre Aussage, dass sie im Rahmen der Umsetzung des EU-Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“ prüfen werde, wie in geeigneten, vom Europarecht vorgesehenen Ausnahmefällen von regionalem Marktversagen den Verteilernetzbetreiben ermöglicht werden kann, öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur zu errichten.  

Weitergehende Informationen:

Die Stellungnahme der Bundesregierung

BUNDESKABINETT: Forderung nach mehr Entschädigungen für Steinkohlekraftwerksbetreiber abgelehnt

Am 8. April 2020 hat das Bundeskabinett eine Gegenäußerung veröffentlich, mit der die Bundesregierung auf Vorschläge des Bundesrats zum Kohleausstiegsgesetz reagiert. Darin lehnt die Bundesregierung die Forderung der Länder ab, dass sich Betreiber von Steinkohle-Kraftwerken nicht nur bis 2026, sondern bis 2030 auf das Abschalten der Kraftwerke gegen Entschädigung bewerben können. Ebenfalls abgelehnt wurde die Forderung, dass die maximale Entschädigung für jüngere Kraftwerke nicht sinken solle.

Weitergehende Informationen:

Stellungnahme des Bundesrates zum Entwurf eines Gesetzes zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze (Kohleausstiegsgesetz) vom 3.3.2020: bundesrat.de

BMWi I: Zweites Barometer der Digitalisierung der Energiewende veröffentlicht

Unter dem Titel „Wichtige Voraussetzungen für die Digitalisierung wurden geschaffen“ hat das Bundeswirtschaftsministerium am 8. April 2020 eine weitere Ausgabe des Barometers der Digitalisierung der Energiewende veröffentlicht. Das Gutachten ist der zweite Teil des auf fünf Jahre angelegten BMWi-Projekts „Digitalisierung der Energiewende: Barometer und Topthemen“ und wurde von den Beratungsunternehmen BET – Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET) und der Ernst & Young GmbH (EY) erstellt. Die aktuelle Ausgabe bezieht sich auf das Berichtsjahr 2019. Da der Rollout intelligenter Messsysteme 2019 aufgrund der verschleppten Zertifizierung nicht gestartet war, nutzen die Autoren in ihrer „Management Summary“ einen Kniff: Der erst 2020 gestartete Rollout von Smart-Meter-Gateways der ersten Generation wird in die Bewertung des Berichtsjahres 2019 einbezogen. In der Zusammenfassung heißt es, der Gesamt-Barometerwert liege bei 36 von 100 Punkten und damit 14 Punkten höher als 2018. Die Verbesserung ginge maßgeblich auf die Gerätezertifizierungen und die erst 2020 erfolgte Markterklärung zurück. Eher verklausuliert werden die vielen noch dazu kommenden und liegengebliebenen Aufgaben neben der nach wie vor kaum vorhandenen Akzeptanz genannt.

Der bne sieht nicht ganz so viel Raum für Lob und hat den Stand als verspätet, ungeeignet und nach wie vor zu eng kritisiert.

Weitergehende Informationen:

bne-Pressestatement zum Digitalisierungsbarometer: bne-online.de

Das Digitalisierungsbarometer auf bmwi.de. bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/barometer-digitalisierung-der-energiewende-berichtsjahr-2019.html

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina: Bundesregierung soll an CO2-Bepreisung festhalten

Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst verband große Erwartungen mit den Vorschlägen der Leopoldina zur Überwindung der Corona-Krise, die die Akademie am 13. April in einer Adhoc-Stellungnahme veröffentlichte. Neben den Vorschlägen, die sich enger an die Thematik Corana anlehnten, äußerte sich der Expertenkreis auch zu energiepolitischen Themen. So empfahl er der Bundesregierung trotz Krise, an der CO2-Bepreisung und den Nachhaltigkeitszielen festzuhalten. „Staatliche Maßnahmen, die nach dem Abklingen der Pandemie wirtschaftliche Tätigkeit wieder anstoßen, sollten daher die Kriterien der Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen“, so die Wissenschaftler. Der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft und eine konsequente Mobilitätswende müssten mit hoher Priorität umgesetzt werden. „Dazu gehören die umgehende Einführung eines Preises für fossiles CO2, die schnellstmögliche Verabschiedung und Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie sowie die Neuregelung des Strommarktes. Ziel muss ein starker europäischer ‚Green Deal‘ bleiben.“ Außerdem sprach sich die Leopoldina für den Abbau von klima- und umweltschädlichen Subventionen aus.

Weitergehende Informationen:

Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina: Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie – Die Krise nachhaltig überwinden“. 13. April 2020. https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/leopoldina-stellungnahmen-zur-coronavirus-pandemie-2020/

BNETZA I: Mitteilung zur Anpassung von Jahresverbrauchsprognosen und Netzentgeltabschlägen

Die Beschlusskammern 6 und 7 halten ein generelles Aussetzen von Prozessfristen und -abläufen aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht für sachgerecht. Die Regulierungsbehörde reagierte in einer Mitteilung vom 14. April auf Anfragen aus dem Markt zur Reduktion der Jahresverbrauchsprognose und folglich der Netzentgeltabschlagszahlungen. Dabei ging es vor allem um die Forderung, dass Netzbetreiber kurzfristig und pauschal die Jahresverbrauchsprognose absenken und damit einhergehend Abschlagszahlungen der Netzentgelte reduzieren sollten.

Der Lieferant muss die geforderte Anpassung in geeigneter Form nachweisen, ein allgemeiner Wunsch sei nicht ausreichend, so die Beschlusskammern. Dabei sind die betreffenden Marktlokationen und jeweiligen Gründe für den Verbrauchsrückgang sowie der voraussichtliche Umfang der Jahresverbrauchsprognose anzugeben. Die Anpassung der Verbrauchsprognose wird dann vom Netzbetreiber geprüft und gegebenenfalls vorgenommen. Die Änderung der Verbrauchsprognose ist über die etablierten Geschäftsprozesse (Stammdatenänderung) unter Einhaltung der geltenden Fristen zu kommunizieren. Da dieser Wert ein bilanzierungsrelevantes Stammdatum ist, kann eine Anpassung stets nur zum Beginn eines Monats mit Frist von einem Monat durchgeführt werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Ein Abweichen von den geltenden Prozessfristen ist nicht möglich.

Weitergehende Informationen:

BNetzA-Mitteilung Nr. 67 zur Umsetzung der Beschlüsse GPKE und GeLi Gas vom 14. April 2020

BNETZA II: Verstöße gegen die Bilanzkreistreue festgestellt

Die Bundesnetzagentur teilte am 21. April 2020 mit, dass sie Verstöße zweier Energieversorger gegen die vertraglichen Pflichten aus dem Bilanzkreisvertrag Strom festgestellt hatte. Beide Unternehmen hätten als sogenannte Bilanzkreisverantwortliche gegen ihre Pflicht zum ordnungsgemäßen Ausgleich der gehandelten Strommengen in den Bilanzkreisen verstoßen. Die Behörde bewerte eine Erzeugungsprognose von Energiemengen, die dem Bilanzkreisverantwortlichen tatsächlich nicht zur Verfügung gestanden hätten, als unzulässiges Verhalten. Die Anpassung von Prognosefahrplänen an die Handelstätigkeit widerspräche ebenfalls der gesetzlichen Maßgabe, für eine ausgeglichene Bilanz zwischen Einspeisung und Entnahme zu sorgen.

Wie die Behörde mitteilte, ist die Feststellung Ergebnis von Aufsichtsverfahren gegen insgesamt sechs Bilanzkreisverantwortliche, nachdem es im Juni 2019 zu System- und Bilanzungleichgewichten gekommen war. Drei weitere Verfahren seien noch anhängig.

Weitergehende Informationen:

Pressemitteilung der BNeztA vom 21. April 2020: bundesnetzagentur.de

BNETZA III: Festlegung „KAP+“ für zusätzliche Gastransportkapazitäten veröffentlicht

Die Bundesnetzagentur teilte am 3. April 2020 mit, dass sie das von den Fernleitungsnetzbetreibern (FNB) vorgeschlagene Konzept zum Überbuchungs- und Rückkaufsystem inkl. der Prozessbeschreibung für Marktbasierte Instrumente (MBI) mit inhaltlichen Änderungen genehmigt hat. Mit dem vorgelegten Konzept sind die FNB einer Aufforderung der Behörde nachgekommen. Sie sollten darlegen, wie im deutschlandweiten Marktgebiet „Trading Hub Europe“ ab 1. Oktober 2021 zusätzliche frei zuordenbare Transportkapazität angeboten werden kann. Zur Anwendung kommt die Festlegung erstmals in der Jahresauktion am 6. Juli 2020 für das GWJ 2021/2022. Die Bundesnetzagentur begrenzt das mit KAP+ festgelegte System auf den Zeitraum bis zum Gaswirtschaftsjahr 2023/2024.

Weitergehende Informationen:

Pressemitteilung der BNetzA vom 3. April 2020: https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/20200403_KAP_KOMBI.html

BNETZA IV: Start der Datenerhebung für das Monitoring Energie 2020

Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt haben am 23. März 2020 die Datenerhebung für das Monitoring Energie 2020 gestartet. Aufgrund der Belastung durch die Corona-Krise sei die in den vergangenen Jahren übliche Frist zur Datenabgabe um fünf Wochen verlängert worden und ende nun erst am 1. Juli 2020, teilte die BNetzA dem bne am 8. April mit.

Weitergehende Informationen:

Die Fragebögen sowie eine Übersicht der Änderungen nach der Konsultation auf www.bnetza.de/monitoring2020 .

Die Abfrage beinhaltet auch im neuen Fragebogen 1 a erstmals eine Datenabfrage bei Betreibern von Steinkohleanlagen- und Braunkohle -Kleinanlagen (Anlagen bis einschließlich 150 MW) die für die Zwecke des Kohleausstiegs abgefragt werden.

Die Meldepflicht für Wind- und Solarparks wurde aufgehoben.

Unter www.bnetza.de/moneda stehen weitere Informationen zu MonEDa, dem neuen Verschlüsselungswerkzeug eCrypt, eine FAQ-Liste und ein Videotutorial zur Verfügung.

BNETZA V: Liste der Kraftwerksstilllegungsanzeigen aktualisiert

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 1. April 2020 die Kraftwerksstilllegungsanzeigenliste aktualisiert. Sie enthält die bei der Bundesnetzagentur eingegangenen Stilllegungsanzeigen der Erzeugungs- und Speicheranlagenbetreiber.

Weitergehende Informationen:

Die BNetzA hat die Kraftwerksstilllegungsanzeigen auf ihrer Webseite veröffentlicht: bundesnetzagentur.de

BNETZA VI: Inkrafttreten überarbeiteter Nachrichtentypversionen

Die Bundesnetzagentur hatte im Zeitraum vom 3. Februar 2020 bis 02. März2020 neue spartenübergreifende Nachrichtentypversionen konsultiert. Die finalen Dokumente haben Bundesnetzagentur sowie BDEW zum 1. April 2020 auf ihren Internetseiten www.bundesnetzagentur.de/gpke-geli sowie www.edi-energy.de veröffentlicht. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und den hierdurch bedingten Personalengpässen auf Seiten der Marktakteure hat sich die Behörde entschieden, verlängerte Umsetzungsfristen einzuräumen.

Weitergehende Informationen:

Welche Fristen gelten, hat die BNetzA auf ihrer Webseite aufgeführt: bundesnetzagentur.de

BNETZA VII: Umsetzung der neuen Bilanzkreisregeln verschoben

Am 31. März 2020 informierte die Bundesnetzagentur darüber, dass die Beschlusskammer 6 den Vollzug der am 12.04.2019 im Verfahren zur Genehmigung der Modalitäten für Bilanzkreisverantwortliche (Standardbilanzkreisvertrag Strom, Az. BK6-18-061) beschlossenen Tenorziffern 1 und 3 aufgrund der Covid-19-Pandemie bis zum 31. Juli 2020 aussetze.

Der neue Bilanzkreisvertrag und die zugehörige Prozessbeschreibung "Fahrplananmeldung in Deutschland" (Version 4.1) sind hiernach erst zum 01. August 2020 verpflichtend einzuführen. Bis dahin werden Bilanzkreisverträge aufgrund der aktuell geltenden Fassung des Standardbilanzkreisvertrages (Festlegung der Bundesnetzagentur zur Vereinheitlichung der Bilanzkreisverträge, Az. BK6-06-013, Beschluss vom 29.06.2011) uneingeschränkt fortgesetzt. Die Vertragsumstellung war ursprünglich zum 01. Mai 2020 vorgesehenen. Die Einführung des neuen Standardbilanzreisvertrages ist mit einem hohen personellen und IT- Aufwand für Übertragungsnetzbetreiber und Bilanzkreisverantwortliche verbunden. Durch die spätere Einführung des neuen Vertrages sollen die Unternehmen in ihren Prozessen entlastet werden, um sich vorranging auf den ungestörten Betrieb systemrelevanter Prozesse konzentrieren zu können.

Aus den gleichen Gründen erfolge auch eine Verschiebung der Einführung eines verschlüsselten Fahrplanaustausches. Dieser war gemäß Tenorziffer 6 der Festlegung BK6-18-032 ("MaKo 2020") ursprünglich zum 1. Juli 2020 verbindlich. Auch hinsichtlich dieser Verpflichtung werde der Vollzug um drei Monate ausgesetzt, die Einführung des verschlüsselten Fahrplanaustausches erfolge somit zum 1. Oktober 2020. An der bereits marktweit im Einsatz befindlichen Signierung der Fahrplandaten (Stufe 1) ändere sich hierdurch nichts.

Abschließend wies die Beschlusskammer nochmals darauf hin, dass die Bilanzkreisverantwortlichen aus Gründen der Systemsicherheit auch während der Corona-Krise zur unbedingten Einhaltung ihrer Pflichten aufgefordert seien. Trotz der bestehenden Einschränkungen sei eine bestmögliche Prognose und eine kontinuierliche, viertelstündlich ausgeglichene Bilanzkreisbewirtschaftung sicherzustellen.

Weitergehende Informationen:

bundesnetzagentur.de

BNETZA VIII: Ausschreibungsergebnisse für Solaranlagen und Windenergie an Land veröffentlicht

Die Bundesnetzagentur hat am 31. März 2020 die Ergebnisse der Ausschreibungen für Solaranlagen und für Windenergie an Land für den Gebotstermin 1. März 2020 veröffentlicht. Demnach wurden im Rahmen der Solarausschreibung 51 Gebote mit einer Gebotsmenge von 301.208 kW bezuschlagt. Das Gebot mit dem höchsten Zuschlagswert lag bei 5,48 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert (vor Eingang der Zweitsicherheiten) beträgt 5,18 ct/kWh. Das Ausschreibungsvolumen lag bei 300 MW. Das Gesamtvolumen der eingereichten Gebote teilte die BNetzA nicht mit.

Im Bereich Windenergie an Land wurden 21 Gebote mit einer Gebotsmenge von 150.900 kW bezuschlagt. Die Gebotswerte reichten dabei von 5,74 – 6,20 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert (vor Eingang der Zweitsicherheiten) beträgt 6,07 ct/kWh. Das Ausschreibungsvolumen betrug 300 MW.

Listen mit den erfolgreichen Geboten veröffentlichte die Behörde nicht. Somit starten die Fristen, die die Pönalen, die Realisierung und die Zahlung von Zweitsicherheiten betreffen, noch nicht. Die Bieter werden individuell über die Ergebnisse ihrer Gebote informiert.

Weitergehende Informationen:

bundesnetzagentur.de

BNETZA IX: Beschluss zur Kostenanerkennung für Marktgebietszusammenlegung veröffentlicht

Die Kosten für marktbasierte Instrumente (VIP-Wheeling, Drittnetznutzung sowie börsenbasiertes Spread-Produkt) und für Kapazitätsrückkäufe gemäß Festlegung „KAP+“ gelten ab 2021 als volatile Kostenanteile im Sinne der Anreizregulierungsverordnung. Dies geht aus dem Festlegungsbeschluss im Verfahren zur Anerkennung von Kosten für die genannten Instrumente im bundesweiten Marktgebiet („KOMBI“, Az. BK9-19/606) hervor, den die Beschlusskammer 9 der Regulierungsbehörde am 30. März 2020 veröffentlichte. Die Entscheidung zu KOMBI ermöglicht den marktgebietsaufspannenden Fernleitungsnetzbetreibern (FNB), die zum 1. Oktober 2021 geplante Zusammenlegung der Gasmarktgebiete mit den beschriebenen Maßnahmen zu realisieren. Eine Umsetzung durch entsprechenden Netzausbau war aus Kostengründen von allen Beteiligten nicht weiterverfolgt worden. Die FNB erwarten, die Nachfrage nach Transportkapazitäten im gemeinsamen Marktgebiet bereits weitgehend durch die marktbasierten Instrumente abdecken zu können. Auch um Erfahrungen zu den damit verbundenen Kosten zu sammeln, ist die vorliegende Festlegung bis Ende 2024 befristet.

Weitergehende Informationen:

Festlegungsbeschluss KOMBI vom 30.3.2020 als pdf: bundesnetzagentur.de

Weitere Informationen auf der BNetzA-Seite: bundesnetzagentur.de

NATIONALE PLATTFORM ZUKUNFT DER MOBILITÄT: Debattenbeitrag zum Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur veröffentlicht

In dieser Woche hat die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) verschiedene Berichte veröffentlicht. So macht die Arbeitsgruppe (AG) 5 in ihrem Bericht darauf aufmerksam, dass ein wirtschaftlicher Aufbau und Betrieb öffentlicher Ladeinfrastruktur bei Fortschreibung des aktuellen Systems nicht möglich sei. Es müsse daher geklärt werden, wie unwirtschaftliche Standorte finanziert, die Auslastung erhöht und Nachrüstbedarfe bei öffentlicher Ladeinfrastruktur vermieden werden könnten. Damit schiebt die NPM eine wichtige Debatte an, die unbedingt mehr politische Aufmerksamkeit benötigt.

Die AG 6 sieht vor allem bei der Anbindung von Ladestationen an ein lokales Leistungs- und Energiemanagement dringenden Standardisierungsbedarf. Dabei spricht sich die AG 6 dafür aus, eine Schnittstelle zu schaffen, die dem Netzbetreiber den „räumlich und zeitlich“ begrenzten Eingriff in den Ladevorgang ermöglicht. Die FNN-Steuerbox als technische Umsetzung sei aktuell in Arbeit. Zukünftig sei aber auch eine wettbewerbliche Ladesteuerung, in Anlehnung an die gelbe Ampelphase, denkbar. Die Arbeit der NPM läuft so leider entgegen den bne-Anstrengungen bei der Ausgestaltung von § 14a EnWG.

Weitergehende Informationen:

https://www.plattform-zukunft-mobilitaet.de/berichte/

ÜNB: Testierungsfristen infolge der Corona-Krise verschoben

Die Übertragungsnetzbetreiber haben am 31. März 2020 mitgeteilt, dass die Vorlage der Wirtschaftsprüferbescheinigung gem. § 75 EEG bzw. § 30 Abs. 1 Nr. 5 und 9 KWKG aufgrund der aktuellen Situation nicht zwingend zur Fälligkeit der korrespondierenden Mengenmeldungen zum 31.05. bzw. 31.07.2020 vorzulegen seien, sondern spätestens im Folgejahr zum 31.05. bzw. 31.07.2021 im Zusammenhang mit der Jahresabrechnung 2020.

Sollten sich im Rahmen der Testierung der Jahresabrechnung 2019 Abweichungen zu den zum 31.05. bzw. 31.07.2020 erfolgten Meldungen ergeben, könnten diese im Rahmen der Vorlage der Wirtschaftsprüferbescheinigung zur Jahresabrechnung 2020 als Korrekturen berücksichtigt werden.

Weitergehende Informationen:

Die Meldung der Übertragungsnetzbetreiber auf netztransparenz.de

AGME: Längere eichrechtliche Fristen beim Zählertausch

Die Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen informierte am 27. März 2020 darüber, dass aufgrund der Eindämmung der Corona-Pandemie der Vollzug des Eichrechts (bußgeldrechtliche und ordnungsrechtliche Maßnahmen) bezüglich einer Überschreitung der Eichfrist bis zum 30. Juni 2021 ausgesetzt werde. Ziel sei es, Versorgungsunternehmen genügend Planungssicherheit beim Austausch der Zähler mit Eichfristende 2020 zu verschaffen. Ebenfalls könne der Abschluss von Stichprobenverfahren zur Verlängerung der Eichfrist für Messgeräte, deren Eichfrist ohne erfolgreich durchlaufenes Stichprobenverfahren 2020 enden würde, bis spätestens 30. Juni 2021 erfolgen.

Weitergehende Informationen:

Die Information der Eichaufsichtsbehörden als pdf: agme.de

Gasmarkt: Kooperationsvereinbarung Gas XI veröffentlicht

Zum 1. Oktober 2020 tritt die angepasste Kooperationsvereinbarung der Gasnetzbetreiber (KoV XI) in Kraft. Die Änderungsversion wurde am 31. März 2020 von BDEW, VKU und GEODE veröffentlicht. Sie enthält u.a. Regelungen, die die Verteilnetzbetreiber unter Mitwirkung der Marktgebietsverantwortlichen zur Prüfung und Verbesserung der SLP-Prognosegüte verpflichten. Weiterhin wurden die Regelungen zu dynamisch zuordenbaren Kapazitäten und entsprechenden Bilanzkreisen weitestgehend vereinheitlicht. Auch wurden Regelungen zur Pönalezahlung des Verteilnetzbetreibers an den Marktgebietsverantwortlichen - soweit eine Mehr-/Mindermengenabrechnung noch nicht erfolgt ist - für Leistungszeiträume ab Oktober 2020 angepasst. Bei Biogas-Bilanzkreisen wurden die Anforderungen an die Bilanzkreisverantwortlichen verschärft. Weitere Anpassungen gibt es bei Regelungen zum Bilanzkreismanagement, Kapazitätsmanagement, Marktkommunikation, Marktraumumstellung und Krisenvorsorge.

Weitergehende Informationen:

Die neuen Vertragsdokumente sind jeweils auf folgenden Internetseiten abrufbar:

bdew.de

vku.de

geode-eu.org

EU I: CEER veröffentlicht Papier zur Ausgestaltung von Stromnetzentgelten

Am 20. April 2020 hat der Rat der europäischen Regulierer (CEER) einen Bericht zur Ausgestaltung von Stromnetzentgelten veröffentlicht. Der Bericht beschäftigt sich insbesondere damit, wie die Netzentgelte für das Gelingen der Energiewende ausgestaltet werden müssen. Dabei gäbe es keine Standardlösung für sämtliche Mitgliedsstaaten, so CEER. Es gehe vielmehr darum, verschiedene Prinzipien bei der Netzentgeltgestaltung zu berücksichtigen – allen voran die Kostenreflexivität. Die Netzentgeltstruktur sollte Kunden dazu anreizen, ihre Netznutzung entsprechend den daraus resultierenden, zukünftigen Netzkosten anzupassen. Dynamische Netzentgelte bewertet CEER tendenziell negativ und verweist stattdessen auf die Vorteile anderer Möglichkeiten, netzdienliches Verbrauchsverhalten anzureizen, wie etwa die Beschaffung von Flexibilität durch Verteilnetzbetreiber. CEER vertritt damit eine ähnliche Position wie der bne.

Weitergehende Informationen:

Der vollständige Bericht auf der CEER-Webseite: https://www.ceer.eu/1928

EU II: Kommission konsultiert EU-Strategie zur Sektorenkopplung

Zur Erreichung der angestrebten Klimaneutralität in der EU bis 2050 müssen alle Register gezogen werden. Einen wichtigen Anteil daran verspricht sich die Kommission von einer stärkeren Sektorenkopplung und startete am 14. April die Konsultation einer EU-Strategie für eine intelligente Vernetzung der Sektoren („Smart Sector Integration“). Das integrierte Energiesystem in dieser Strategie konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien in anderen Sektoren durch Elektrifizierung, Ersatz fossiler Brenn- und Kraftstoffe durch erneuerbare und dekarbonisierte Alternativen sowie eine stärkere Verankerung des Kreislaufprinzips und umfangreiche Anwendung von „Efficiency First“. Antworten auf die Konsultationsfragen erwartet die EU-Kommission bis zum 15. Mai 2020.

Alle Informationen zur Konsultation:

https://ec.europa.eu/info/news/preparing-future-eu-strategy-energy-sector-integration-2020-apr-14_en

EU III: Kommission überarbeitet AFID

Die Kommission hat die Überarbeitung der Alternative Fuels Infrastructure Directive (AFID) offiziell begonnen. Bis zum 29. Juni 2020 können die allgemeine Öffentlichkeit und Stakeholder den bisherigen Erfolg der Richtlinie bewerten sowie Verbesserungsvorschläge einbringen. Als Ziele der AFID-Revision werden u.a. genannt, den Einsatz intelligenter Ladeinfrastruktur zu unterstützen oder auch die Interoperabilität zwischen verschiedenen Lade- und Fahrzeugtechnologien zu stärken. Der bisherige Prozess lässt also auf positive Effekte auf nationaler Ebene hoffen.

Weitergehende Informationen:

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12251-Revision-of-Alternative-Fuels-Infrastructure-Directive

EU IV: Szenarioberechnung von SolarPower Europe und LUT-Universität: Klimaneutrales Europa schon vor 2050 möglich, wenn Energiesystem zu 100% auf Erneuerbare umstellt

Der europäische Verband SolarPower Europe und die finnische Lappeenranta-Lahti University of Technology (LUT) haben am 15. April 2020 den Bericht „100% Renewable Europe: How to make Europe’s energy system climate neutral before 2050“ veröffentlicht. Er modelliert in drei Szenarien das europäische Energiesystem. Zwei von drei Szenarien modellieren eine Energiesystem mit einem Anteil erneuerbarer Energien von 100 Prozent bis 2040 bzw. 2050. Das Ergebnis der Berechnungen: Die beiden Szenarien mit 100 % erneuerbaren Energien führen zu niedrigeren Energiekosten pro Einheit und zeigen, dass die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 im Vergleich zu einem niedrigeren Anspruchsniveau kosteneffizienter sei. Die Publikation skizziert also die Vorteile eines 100%-erneuerbaren Energiepfads, der Klimaneutralität in Europa kosteneffizient schaffe. Dafür sei es notwendig, dass die Solarenergie 2030 zur tragenden Säule des Energiesystems werde und der Anteil der Photovoltaik in Europa bis 2050 auf 60 Prozent steige.

Weitergehende Informationen:

SolarPower Europe, Lappeenranta-Lahti University of Technology (LUT): 100% Renewable Europe: How to make Europe’s energy system climate neutral before 2050. April 2020.

EU V: EER veröffentlicht Positionspapier Auswirkungen der Corona-Krise auf wettbewerbliche Energieanbieter

Der europäische Dachverband European Energy Retailers (EER) in dem der bne Mitglied ist, hat im März 2020 ein Positionspapier veröffentlicht, in dem der Verband die Auswirkungen der Corona-Krise auf wettbewerbliche Energieanbieter beschreibt. Der Verband warnt vor einer Schieflage, in die insbesondere wettbewerbliche Anbieter durch Moratoriumsregelungen geraten: Während Kunden ihre Strom- oder Gasrechnung stunden dürften, seien Versorger nicht davon entbunden, ihrer Zahlungsverpflichtung für Steuern, Abgaben, Netzentgelte und staatlich veranlasste Umlagen nachzukommen. Der EER warnt vor einer enormen wirtschaftlichen Belastung von Vertrieben und fordert u.a. die Belastungen nicht nur auf wettbewerbliche Anbieter, sondern auf die gesamte Energiewertschöpfungskette zu verteilten.

Weitergehende Informationen:

EER: EER Statement on the Consequences of the COVID-19 Crisis. März 2020.

EU VI: ACER veröffentlicht fünfte Ausgabe des Leitfadens zur Anwendung von REMIT

Die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) hat am 8. April 2020 die fünfte Ausgabe des Leitfadens zur Anwendung von REMIT veröffentlicht. Die Agentur gibt außerdem nationalen Regulierungsbehörden (NRB) Hinweise zur Bewertung von Insider-Informationen zu Energiegroßhandelsprodukten. Die Neuausgabe enthält dazu mehrere konkrete Beispiele für Insider-Informationen auf den Energiegroßhandelsmärkten.

Die Marktteilnehmer erhalten konkrete Hinweise für die Einhaltung des Verbots des Insiderhandels und die Verpflichtung zur Veröffentlichung von Insider-Informationen. Die Anleitung zeigt verschiedene bewährte Praktiken auf, z.B. zu internen Compliance-Regeln von Marktteilnehmern im Umgang mit Insider-Informationen.

Weitergehende Informationen:

ACER: Guidance on the application of Regulation (EU) No 1227/2011 of the European Parliament and of the Council of 25 October 2011 on wholesale energy market integrity and transparency. 8. April 2020: acer.europa.eu

EU VII: Kommission konsultiert Klimaziele 2030

Die Europäische Kommission hat am 31. März 2020 eine öffentliche Konsultation gestartet, in der sie um Beiträge dazu bittet, wie die Klimaziele für das Jahr 2030 erhöht und die Treibhausgasemissionen weiter reduziert werden können. Die Online-Konsultation endet am 23. Juni 2020. Derzeit prüfe die EU-Kommission, das Klimaziel der EU für 2030 auf mindestens minus 50 Prozent, gegebenenfalls auch bis zu minus 55 Prozent gegenüber dem Emissionsniveau von 1990 zu erhöhen. Sobald dazu eine Einigung vorliegt, wird die EU-Kommission vorschlagen, das neue Ziel in das kürzlich vorgelegte europäische Klimagesetz aufzunehmen.

Weitere Informationen:

Die Konsultationsdokumente: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12265-2030-Climate-Target-Plan/public-consultation

EU VIII: ACER kündigt Methoden zur Koordinierung und Kostenaufteilung von Redispatch und Countertrading bis September 2020 an

Die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) kündigte am 30. März 2020 an, dass sie bis zum 27. September 2020 über die Methoden zur Koordinierung und Kostenaufteilung von Redispatch und Countertrading entscheiden werde. Zuvor hatten die nationalen Regulierungsbehörden in Österreich, Belgien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Rumänien, der Slowakei und Slowenien (der Kernregion) ACER gebeten, gemeinsame Methoden zu beschließen. Ziel ist es, einen einheitlichen Rahmen für 16 Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) und über die Grenzen der 19 Marktgebiete der Kernregion hinweg zu ermöglichen.

Medienpartner des bne im Jahr 2020:

bne in den Medien

Die Frankfurter Rundschau berichtet am 13. April 2020 über die Empfehlung des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft, langfristig brauche das Land 1.000 Gigawatt Photovoltaik, um klimaneutral zu werden. bne-Geschäftsführer Robert Busch ist Zitatgeber des Artikels. Für die Photovoltaik sieht er viel Potenzial. „Es bietet sich an, einen großen Teil des Sonnenstroms an und auf Gebäuden zu erzeugen und dort direkt zu verbrauchen. Hier ist bisher viel zu wenig passiert“, so seine Einschätzung.

Weitergehende Informationen: https://www.fr.de/wirtschaft/viel-potenzial-photovoltaik-13649522.amp.html

Das Onlinemagazin klimareporter.de berichtete am 3. April 2020 über eine Forderung des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach Zuschüssen aus Bundesmitteln, vor allem für energieintensive Unternehmen. Weiterhin fordere der Verband, die Klimaschutzmaßnahmen des Bundes aufgrund der Corona-Krise aufzuschieben. Der Artikel geht näher auf die Argumentation des DIHKs ein und lässt auch Gegenstimmen zu Wort kommen, u.a. Carsten Pfeiffer, Leiter Strategie und Politik des bne. Aus seiner Sicht gehe der DIHK-Vorschlag in die falsche Richtung.

Weitergehende Informationen: Klimareporter.de: Wirtschaft sind sinkende Strompreise zu teuer. 3. April 2020: klimareporter.de

pv magazine erinnert in einem am 31. März 2020 veröffentlichten Beitrag daran, dass am 1. April 2000 das EEG in Kraft trat. Der Artikel zeigt u.a. auf, wie der bne das Gesetz rückblickend bewertet. Demnach sei das EEG selbst leider immer bürokratischer geworden. „Wir müssen es in den nächsten Jahren wieder schaffen, das EEG zu entschlacken und deutlich mehr marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen zu entwickeln. So könnte ein funktionierender Emissionshandel dazu beitragen, dass mehr und mehr Erneuerbare-Energie-Anlagen sich auch alleine über den Markt tragen“, zitiert pv magazine bne-Geschäftsführer Robert Busch.

Weitergehende Informationen: pv magazine: 20 Jahre EEG: Initialzündung für die Energiewende – Stärkeren Ausbau als intelligentes Konjunkturprogramm nutzen. 31. März 2020.

bne. Wir setzen Kräfte frei.

Impressum

Redaktion: Robert Busch, Arndt Börkey, Anne Köhler, Markus Meyer, Alena Müller, Carsten Pfeiffer, Bernhard Strohmayer, Fanny Tausendteufel, Maximilian Weiß

Geschäftsführer und Verantwortlicher für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Robert Busch

Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.

Hackescher Markt 4
D-10178 Berlin

Fon: +49 30/ 400 548-0
Fax: +49 30/ 400 548-10

mail@bne-online.de
www.bne-online.de

Dem bne auf Twitter folgen.
Den Newsletter abonnieren.


Dieser Newsletter ist ein Service des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft e.V. (bne). Eine gewerbliche Nutzung der Artikel oder Dokumente ist nur mit Zustimmung des bne erlaubt.

Newsletter-Abmeldung

Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail an newsletter@bne-online.de.