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Kompass 1/2008: Auf Expansionskurs – Kraftwerke und Netze

Undenkbares wird Tagesgeschäft, könnte man meinen: Eon soll/will 4.800 MW seiner Erzeugungsleistung und sein Übertragungsnetz auf den Markt werfen – RWE und Vattenfall ziehen nach und denken über eine Ausgliederung ihrer Netze nach. Aus Hessen, im CO2-Verfahren vor dem BKartA und von der Kommission kommt – aus unterschiedlichen Motiven – der übereinstimmende Vorschlag, Mitglieder des Erzeugerduopols notfalls zum Verkauf von Erzeugungskapazitäten zu bewegen.

Daneben drohen ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten: 2020 werden 15 konventionelle Großkraftwerke fehlen, so die dena in ihrer jüngsten Studie. Auch der nach 10 Jahren Unterinvestition dringend notwendige Netzausbau stagniert. Währenddessen fabuliert die alte Gaswirtschaft noch von Leitungswettbewerb. Was tun gegen drohende Versorgungsengpässe und steigende Preise? Die Antwort des bne: Wettbewerbshindernisse aus dem Weg räumen, Investitionsfähigkeit der Netze sicherstellen und neue Anlagen von neuen Playern fördern.

Ausreichend Gründe, sich im ersten kompass 2008 mit den Themen Erzeugung und Netze zu beschäftigen. Mit welchen konkreten Problemen sich ein Unternehmen beim Bau konventioneller Kraftwerke konfrontiert sieht, erläutert Dr. Bernd Kiefer von der Rätia Energie Deutschland im Interview (S. 6-7). Ein klares Bild von den Auswirkungen der KraftNAV auf das Verhältnis zwischen neuen Kraftwerksinvestoren und etablierten Netzbetreibern erhalten sie auf den Seiten 8-9. Auch mit der Wechselwirkung zwischen dem CO2-Zertifikate-Handel und den Investitionen in neue Technologien setzen wir uns intensiv auseinander (Seiten 10-11).

Von der Erzeugung zu den Netzen: Seit über zwei Jahren wird die Regulierung der Netzentgelte von Ferngasnetzbetreibern verzögert – im Mai wird eine Entscheidung der BNetzA erwartet. „Höchste Zeit“, so unser Kommentar (Seite 5). In welch marodem Zustand sich deutsche Hochspannungsnetze befinden, lesen Sie auf Seite 12. Die Eon-Netzverkaufsabsichten bewertet Prof. Dr. Uwe Leprich aus wissenschaftlicher Perspektive: Er sieht die reelle Chance für eine weitreichende Strommarkt-Liberalisierung (Seiten 13-15). Dass Strom-Überlandleitungen in die Hand einer bundeseigenen Netz-AG gehören könnten, beschäftigt Dr. Holger Krawinkel auf den Seiten 16 und 17.

Viel Spaß beim Lesen!