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bne-Stellungnahme: Rechtliche Maßnahmen für ein massentaugliches Zertifizierungsverfahren von Erzeugungsanlagen

bne-Stellungnahme zum massentauglichen Zertifizierungsverfahren von Erzeugungsanlagen

Die Bundesregierung will die aufwändige Zertifizierung von Erneuerbare Energien-Anlagen vereinfachen und damit Netzanschlüsse beschleunigen. 

Der bne begrüßt die Ausweitung der Ausnahmen von Zertifizierungspflichten für Erzeugungsanlagen grundsätzlich, doch die Maßnahmen gehen nicht weit genug. Die Anforderungen für die Zertifizierung sind heute und auch mit den vorgeschlagenen Änderungen nicht effizient und führen dazu, dass zu viele große PV-Dach-Anlagen entweder zu klein dimensioniert werden, um die Zertifizierung zu umgehen oder Anforderungen technisch überzogen sind. 

Als Zwischenschritt ist die Anhebung der Grenzwerte in der NELEV / TAV sowie klarere Regelungen für „Mischanlagen“ und die Schaffung einer Datenbank für Einheitenzertifikate jedoch zu begrüßen. Auch die Pflicht, wonach diese Datenbanken von den VNB (ohne Ausnahme und ohne Zusatzforderungen) genutzt werden müssen, ist richtig. Der Entwurf birgt für Anlagenbetreiber einseitig gelagerte Risiken, z.B. wenn Netzbetreiber nicht rechtzeitig Einstellwerte liefern und daher Fristen fremdverschuldet überschritten würden, was die Abschaltung von einwandfrei installierten Anlagen zur Folge hätte. Auch ist das Thema Anlagenerweiterungen, die Ergänzung von Speichern nicht geregelt.
 
Es sollte generell über einen ergänzenden neuen Ansatz nachgedacht werden, um Zertifizierungskapazität freizubekommen, z.B. für das stark wachsende Großanlagen-Segment. Optional sollten statt der einzelnen Anlagen (bis 950 kW) die Installationsbetriebe, die viele solcher kleinen Anlagen errichten, „zertifizierungsqualifiziert“ werden. Netzbetreiber sollten bei diesen Unternehmen davon ausgehen dürfen und ausgehen müssen, dass diese Betriebe entsprechende Anlagen korrekt errichten, einstellen und ans Netz zuschalten.

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