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bne-Stellungnahme zum Referentenentwurf des EEG 2021

Position und Anpassungsvorschläge des bne zur Verbändeanhörung des BMWi zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und weiterer energierechtlicher Vorschriften ("EEG 2021") vom 14. September 2020

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) plädiert für ein höheres Ambitionsniveau in der EEG-Novelle. Dies bedeutet u.a. dass erfolgreicher Klimaschutz unter Berücksichtigung der Sektorenkopplung mit einer deutlichen Erhöhung des Stromverbrauchs einher geht. Auf diesen deutlich höheren Stromverbrauch muss auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien ausgerichtet werden, um ein Verfehlen der Ziele zu verhindern. Ein „Weiter So“ impliziert nur das Scheitern.  

      Um auch die zusätzliche Nachfrage nach Strom zu befriedigen, müssen daher in erheblichem Umfang zusätzliche Wind- und Solarkraftwerke gebaut werden. Das ist schon der Kern der Lösung des Klimaproblems. Von den heute in Deutschland jährlich an Endenergie verbrauchten 2.500 Terawattstunden (TWh) kann durch Systemeffizienz und durch Elektrifizierung von bisher verbrennungsbasierten Prozessen im besten Fall gut ein Drittel eingespart werden. Dieser Systemumbau geht mit einen höheren Strombedarf einher und bedeutet, dass wir für die verbleibenden mehr als 1.600 TWh eine deutlich höhere Anzahl an Wind- und Solarkraftwerken als heute benötigen. Die Potenziale der Windkraft (an Land und auf See) und der Bioenergie dürften bei rund 600 bis 700 TWh im Jahr 2050 liegen. Daraus abgeleitet ist der bne zu dem Ergebnis gekommen, dass wir langfristig in Deutschland eine installierte Leistung in Höhe von 1000 GW Photovoltaik benötigen werden, um den Energiebedarf sektorengreifend mit erneuerbaren Energien abdecken zu können. Hiervon sind aktuell gerade 5 Prozent umgesetzt.

      Übersetzt auf die aktuelle Debatte des "EEG 2021", in dem die Treibhausgasneutralität des Stromsektors vor dem Jahr 2050 erstmals festgeschrieben werden soll, bedeutet dies, dass im Stromsektor die Treibhausgasneutralität bis spätestens 2040 vorzusehen ist. Nur mit einem deutlich vor der Zielmarke 2050 vollständig THG-neutralen Stromsektor kann die nötige Kompensationsleistung für die 2050 verbleibenden Treibhausgasemissionen rechtzeitig aufgebaut werden.

      Insbesondere der Ausbau der immer günstiger werdenden Photovoltaik sollte daher stark beschleunigt werden. Wir müssen bereits in der nächsten Legislaturperiode auf einen zweistelligen GW-Zubau pro Jahr bei der Photovoltaik kommen und auch Innovationspotenziale dieser Technologie über das EEG strukturiert aktivieren. Die Windenergie muss wieder zurück zu den erfolgreichen Zubauraten der Jahre 2014 bis 2017.

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