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bne-Newsletter Januar 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

das Tempo beim Klimaschutz müsse in allen Bereichen verdreifacht werden, forderte Bundesminister Robert Habeck bei der Vorstellung seines Sofortprogramms. Besonders positiv ist, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den Stromsektor bis 2035 vollständig dekarbonisieren möchte. Dafür hatte sich auch der bne eingesetzt. Ein erstes Gesetzes-Paket soll bis Ende April, ein zweites im Sommer vorgelegt werden. Darin kommt es auf die Details an. Dringend notwendig sind unter anderem Korrekturen bei der völlig fehlgeleiteten Digitalisierung, ein neuer Rahmen für mehr Flexibilität im Strommarkt und mehr Tempo beim Netzausbau. Mit mehr politischem Rückenwind und einer starken neuen Energiewirtschaft kann Deutschland wieder zum Innovationsland werden.

 

TOP-NEWS: Fahrplan im Sofortprogramm Klimaschutz ist ehrgeizig, aber realistisch

Mit dem deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien setzt das Sofortprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz auf den richtigen Pfad. Besonders schnelle Erfolge können nach Einschätzung des bne bei der Photovoltaik erzielt werden. Ein Zubau von 200 GW bis 2030 ist realistisch, wenn Hürden und bürokratische Überregulierungen konsequent abgebaut werden. Zu begrüßen ist ausdrücklich auch die Erhöhung der Ausschreibungsmengen und die Öffnung der Flächenkulisse für Freiflächenanlagen. Der bne setzt sich dafür ein, dass die neue Bundesregierung darüber hinaus auch für die Rahmenbedingungen für PPA-Anlagen verbessert, die keine Marktprämie erhalten. Parallel fordern wir eine starke Privatinitiative, um das große Potenzial der Gebäude-PV zu entfesseln.

Weitere Informationen: 
bne-Pressemitteilung
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Eröffnungsbilanz Klimaschutz

Strommarkt braucht seriösen und transparenten Wettbewerb

Durch die Insolvenz ihres Stromanbieters oder die vertragswidrige Kündigung des Stromvertrags fallen viele Verbraucher derzeit in die Ersatz- bzw. Grundversorgung. Der bne kritisiert sowohl Stromanbieter, die mit seriösem Wettbewerb nichts zu tun haben, als auch die Grundversorger, die diese Situation ausnutzen und für Neukunden vollkommen überzogene und marktferne Preise verlangen. Angesichts der Rufe nach mehr Regulierung ist es wichtig, dass Wettbewerb und Markt nicht in Misskredit geraten. Bei der Grundversorgung stellt sich nach alledem die Frage, ob und wofür es dieses Modell in der bestehenden Form noch braucht. Denn die wichtige Versicherungsfunktion, wenn ein Versorger nicht mehr liefern kann oder es zu Verzögerungen kommt, hat bereits die daneben bestehende Ersatzversorgung. Hier besteht grundlegender Reformbedarf, der breiter besprochen werden sollte, da sich sozialpolitische mit energiepolitischen Fragen mischen.

Weitere Informationen: 
bne-Statement

bne wächst um neun Unternehmen

Der bne ist weiter auf Wachstumskurs. Neu beigetreten sind: Techem Solutions GmbH, SÜDWERK Projektgesellschaft mbH, eprimo GmbH, Huawei Technologies Deutschland GmbH, Home Power Solutions (HPS), East Energy Verwaltungs GmbH, Belectric GmbH, SEAC Projekt GmbH und Elli – A Brand of the Volkswagen Group. Welches Gewicht der bne in den energiepolitischen Debatten gewonnen hat, zeigen zum Beispiel neue Maßstäbe für die gute Planung von PV-Freiflächenanlagen und die im EEG 2021 verankerte Kommunalbeteiligung an Solarparks, für die sich der bne und seine Mitglieder erfolgreich eingesetzt hatten. Auch in Fragen des Strommarkts, der Dekarbonisierung im Gassektor oder etwa der Netzregulierung ist der bne als progressiver Experte gefragt. Porträts unserer neuesten Mitglieder finden Sie auf unserer Website.

Weitere Informationen: 
bne-Pressemitteilung

Ein Prozent der Landesfläche für Biodiversitäts-PV notwendig

In einem Interview mit der Fachzeitschrift „Erneuerbare Energien“ betont Bernhard Strohmayer, Leiter erneuerbare Energien des bne: „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit einer Zielgröße von durchschnittlich 1 Prozent der Landesfläche für Solarparks die Photovoltaik in Flächenzielen zu denken und weiterhin kommunal zu planen." Der Planungsbeschleunigung im Bereich der PV-Freiflächen sollte eine ebenso hohe Aufmerksamkeit zukommen, wie dies bei der Windenergie an Land momentan mit dem 2-Prozent-Flächenziel der Fall ist. Die Biodiversitätspotenziale in Solarparks können zudem Konflikte zwischen Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Naturschutz lösen.

Weitere Informationen: 
Interview mit „Erneuerbare Energien“

Bedarf an Flexibilität wird stark wachsen

Wo liegen die größten Flexibilitätspotenziale im Strommarkt und wie lassen sie sich möglichst schnell erschließen? Antworten darauf gibt Arndt Börkey, Leiter Strom und Regulierung des bne, im Interview mit der EM-Power. Entscheidend ist es, die Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass die Flexibilitätspotentiale auch genutzt werden. Durch die Struktur der Netzentgelte, durch Abgaben, Umlagen und Stromsteuer bestehen derzeit – gerade bei Großkunden mit den Ausnahmetatbeständen bei den Netzentgelten – echte Hindernisse für die Nutzung von Flexibilität.  

Weitere Informationen:
Interview mit EM-Power

Bundesregierung will Vorgaben für Gas in der EU-Taxonomie abschwächen

In ihrer Stellungnahme zur EU-Taxonomie hat die Bundesregierung zwar erwartungsgemäß die Einstufung der Atomenergie als nachhaltig abgelehnt. Allerdings wird darin auch eine Abschwächung der Schwellenwerte für Gaskraftwerke vorgeschlagen. So seien die vorgegebenen Mindestmengen an Wasserstoff, die in einem Taxonomie-konformen Gaskraftwerk beimischt werden sollen (in 2026 wären dies 30 Prozent, in 2030 bereits 55 Prozent) „nicht realistisch zu erreichen“, wie es in der Stellungnahme heißt. Die Begründung, dass auf absehbare Zeit nicht genügend Wasserstoff für alle Sektoren vorhanden sei, hat auch Implikationen für die Diskussion im Wärme- und Verkehrssektor und läuft der gesamten Argumentation zur Technologieoffenheit im Wärme- und Verkehrssektor zuwider. Darauf hat Carsten Pfeiffer, Leiter Politik und Strategie des bne, in einem Twitter-Thread hingewiesen.  

Weitere Informationen:
Stellungnahme der Bundesregierung zur EU-Taxonomie

bne-Leitfaden „Geschäftsmodelle und Rechtsrahmen der digitalen Energiewende“

Was kann mit Smart Metering gemacht werden, wie lässt sich damit Geld verdienen, wie lassen sich Dienstleistungen kombinieren, wessen Wissen ist wertvoll für mich? Der bislang kostenpflichtige 100 Seiten umfassende bne-Leitfaden zur Digitalisierung (Stand: Juni 2018) steht nun kostenfrei zur Verfügung. Er bietet einen umfassenden Überblick unterschiedlicher Geschäftsmodelle für Smart Metering, wie z.B. typische energiewirtschaftliche Anwendungsfälle, Einsatzgebiete bei der Steuerung dezentraler Erzeuger und Lasten, Anwendungen der E-Mobilität, Einsatzgebiete des Submeterings oder datenbezogener Anwendungsfälle.

Weitere Informationen:
bne-Leitfaden Digitalisierung (PDF, Stand Juni 2018)

Webinar zur Kommunalbeteiligung an Solarparks am 02.02.2022

Im Dezember hatte der bne einen Mustervertrag veröffentlicht, der die Kommunalbeteiligung an Solarparks nach § 6 im EEG 2021 regelt. In einem gemeinsamen Webinar mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und der Kanzlei bbh stellen wir am 2. Februar den Mustervertrag vor und beantworten Fragen von Kommunen und Energiewirtschaft.

Weitere Informationen:
Programm und Anmeldung

Save the date: Der bne auf der Smarter E Europe 2022

Vom 11. bis 13. Mai 2022 findet die Smarter E Europe mit den vier parallelen Energiefachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe auf der Messe München statt. Der bne ist erneut als Premiumpartner mit Themen-Sessions und einem Gemeinschaftsstand vor Ort. Merken Sie sich den Termin gerne bereits vor und treffen Sie uns in München.

Weiterführende Informationen:
Save the date

Zu guter Letzt: Atomenergie rechnet sich nicht

Atomenergie ist mit Abstand die teuerste Form der Stromerzeugung und hat schon allein aus wirtschaftlichen Gründen keine Zukunft. Die Grafik des Katapult Magazins bringt den Kostenvorteil erneuerbarer Energien, hier am Beispiel der Photovoltaik, auf den Punkt. Auf das wachsende Sicherheitsrisiko französischer Atommeiler hat in diesem Monat auch bne-Geschäftsführer Robert Busch im Focus hingewiesen.

Impressum

Geschäftsführer und Verantwortlicher für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Robert Busch

Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.

Hackescher Markt 4
D-10178 Berlin

Fon: +49 30/ 400 548-0
Fax: +49 30/ 400 548-10

mail@bne-online.de
www.bne-online.de

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