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bne-Newsletter 10/2021

Liebe Leserinnen und Leser,

es blieb bis zuletzt spannend. Jetzt liegt der Koalitionsvertrag der künftigen Ampel-Regierung vor und schafft Planungssicherheit. In der Energiepolitik sehen wir einen echten Paradigmenwechsel. Endlich gibt es ein glasklares Bekenntnis zu deutlich mehr erneuerbaren Energien. Ihr Anteil am Strommix soll bis 2030 auf 80 Prozent steigen. Und die Prognose für den Strombedarf im Jahr 2030 ist mit bis zu 750 TWh erstmals realistisch. Deutlich mehr wäre im Koalitionsvertrag beim Abbau klimaschädlicher Subventionen nötig gewesen! Dieselsteuerprivileg, die Förderung für Plug-in-Hybride, fossil befeuerte Heizungen und KWK mit fossilen Energieträgern konterkarieren den Klimaschutz und verteuern die Energiewende. Hier bleibt noch einiges zu tun. Entscheidend ist, dass dem Ampel-Fahrplan jetzt umfassende und gut orchestrierte Maßnahmenpakete folgen – nicht erst im Laufe des nächsten Jahres, sondern bereits in den ersten 100 Tagen.

 

TOP-NEWS: Ampel legt beachtliches Konjunkturprogramm für den Umbau der Energiewirtschaft vor

Mit dem Koalitionsvertrag wird die Energiewende erstmals zur Querschnittsaufgabe einer Bundesregierung. Im Bereich der Gebäude-PV kann der Solar-Standard für Neubauten einen regelrechten Boom auslösen und die Vor-Ort-Energie weiter voranbringen. Die Streichung der EEG-Umlage ab Januar 2023 wird den Strompreis spürbar senken und die Sektorenkopplung anreizen. Darüber hinaus begrüßt der bne vor allem die angekündigte Reform der Abgaben und Umlagen, die vorgesehene Stärkung des Emissionshandels und das Ziel, bis 2030 50 Prozent der Wärme auf erneuerbare Energien umzustellen. Dringend notwendig ist auch die erwähnte Beschleunigung und Vereinfachung der Digitalisierung, insbesondere des Messwesens.

Weitere Informationen:  
bne-Pressemitteilung: Ampel legt beachtliches Konjunkturprogramm für den Umbau der Energiewirtschaft vor

bne: Warum Kapazitätsmärkte ein Fehler wären

Der Strommarkt gibt ausreichend Anreiz für Flexibilität, um auch bei einem schnelleren Kohleausstieg Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Carsten Pfeiffer vom bne und Dr. Sebastian Bolay vom DIHK legen in einem gemeinsamen Standpunkt im Tagesspiegel Background dar, dass staatlich regulierte Kapazitätsmärkte daher ein Fehler wären. Sie würden lediglich vermeidbare Mehrbelastungen für Wirtschaft und Verbraucher verursachen und den Markt verzerren. Im Bereich der Flexibilität sind viele Potenziale noch nicht gehoben. Bürokratische Hemmnisse müssen jetzt schnell abgebaut und der europäische Binnenmarkt gestärkt werden, um weitere Kapazitäten für die Versorgungssicherheit in Deutschland zu erschließen.

Weitere Informationen: 
Gemeinsamer Standpunkt von bne und DIHK im Tagesspiegel Background

bne: Im Schnitt ein Prozent der Landesfläche für Solarparks nötig

Im Koalitionsvertrag ist das 2-Prozent-Ziel für Windenergie an Land verankert. Der bne betont, dass auch für die Photovoltaik weitere Fortschritte erlangt werden müssen. Im Schnitt sollte ein Prozent der Landesfläche für Biodiversitäts-Solarparks vorgesehen werden und dabei die kommunale Planungshoheit gewahrt bleiben. Denn die Erfahrung lehrt: Kommunale Planung geht schneller und präziser als eine übergeordnete Regionalplanung.

Weitergehende Informationen:
bne-Pressemitteilung

bne: Ein Solar-Standard für jedermann

Photovoltaik und Vor-Ort-Verbrauch sind zentral für die Sektorenkopplung in Gebäuden und Quartieren. Damit Potenziale auf Dächern und Fassenden für Photovoltaik besser genutzt werden, sollte ein Solar-Standard umgesetzt werden. Bernhard Strohmayer hat in seinem Beitrag für das Online-Magazin Klimareporter beschrieben, wie das geht. Wichtig ist, Photovoltaik-Systeme regulatorisch endlich als das zu behandeln, was sie heute bereits sind – als Teil einer intelligent vernetzen Haustechnik.

Weitergehende Informationen:
Gastbeitrag auf Klimareporter: Solar-Standard für alle muss her

bne: Spitzenglättung im Giftschrank lassen

Im Zuge der Energiewende stehen die Verteilnetze vor einem grundlegenden Wandel. Immer bedeutender wird dabei der Umgang mit netzdienlichen Flexibilitäten, die etwa Verbraucher bereitstellen können. Nach dem Debakel um die Reform des §14a im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in der vergangenen Legislaturperiode muss nun die künftige Bundesregierung endlich eine klare Regelung finden, betont Robert Busch in einem Gastkommentar im Energate Messenger. Die Aufgabenliste ist klar: eine zeitgemäße Digitalisierung ermöglichen und ein Anreizmodell entwickeln, das die wettbewerbliche Flexibilität in den Verteilnetzen freisetzt. Auf keinen Fall darf §14a EnWG zum Vorwand dienen, um den nötigen Netzausbau dauerhaft zu verschieben.

Weitergehende Informationen:
bne-Gastkommentar

bne: Förderung fossiler Kraft-Wärme-Kopplung muss beendet werden

Während die EEG-Umlage 2022 sinkt, steigt die KWK-Umlage von derzeit 0,254 auf 0,378 Cent pro Kilowattstunde an. Damit wird die Förderung fossiler KWK-Anlagen über die KWK-Umlage den Verbraucher im nächsten Jahr rund 1,3 Milliarden Euro kosten. Über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) fördern wir nach wie vor fossile und überwiegend unflexibel betriebene konventionelle Kraftwerke, verbunden mit entsprechenden Kosten in Milliardenhöhe pro Jahr. Der bne fordert daher, das kontraproduktive KWKG in der nächsten Legislaturperiode für neue Anlagen auslaufen zu lassen, damit fossile Energiezeugung auch als KWK nicht noch weit bis in die nächsten Jahrzehnte hinein gefördert wird.

Weitergehende Informationen:
bne-Pressemitteilung

 

bne sucht zwei Senior Referent/-innen für Energiewirtschaft (m/w/d)

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir zwei Senior Referent/-innen (m/w/d) für Energiewirtschaft: zum einen in den Bereichen Digitalisierung und Sektorkopplung sowie außerdem für Klimaschutz, Wasserstoff und Gas.

Weiterführende Informationen:
bne-Stellenangebote

 

Bundesrat hat Wasserstoff-Netzentgeltverordnung zugestimmt

Der Bundesrat hat der Wasserstoff-Netzentgeltverordnung zugestimmt. Darin wird eine Rendite von stolzen 9 Prozent bis Ende 2027 festgeschrieben – trotz EuGH-Urteil zur Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden und ungeachtet der bevorstehenden EU-Gasmarktregeln. Das ist schlicht unverhältnismäßig und ein ärgerliches Geschenk an die Netzbetreiber, kritisiert der bne. Zwar ist es richtig, dass der Bau von Wasserstoffnetzen derzeit noch risikobehafteter ist. Allerdings ist die höhere Verzinsung auf das von Wasserstoffnetzbetreibern eingesetzte Eigenkapital im Vergleich zu Strom- und Gasnetzen problematisch.

Weiterführende Informationen:
Tagesspiegel Background: Politik legt hohe Wasserstoff-Rendite fest (€)

 

Über 700 Unternehmen fordern Abbau klimaschädlicher Subventionen

Immer mehr Unternehmen warnen davor, dass künftig mangelnder Klimaschutz zum Standortnachteil wird. Nun haben über 700 Unternehmen den Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert. So soll der Wirtschaftsstandort Deutschland gesichert, Marktverzerrungen beendet und das Klima geschützt werden. Das Bundesumweltamt hat kürzlich in einer Studie erfasst, dass noch immer 65 Milliarden Euro jährlich in umweltschädliche Prozesse fließen, ein Großteil davon in den Energie- und Verkehrssektor.

Weitergehende Informationen:
Zum Unternehmensappell
UBA-Studie: 65 Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen

 

Zu guter Letzt: der Vogel des Jahres 2022

Wir gratulieren dem Wiedehopf zum Sieg als Vogel des Jahres 2022! Wussten Sie schon, dass sich der Wiedenhopf in Freiflächen-Photovoltaik​anlagen pudelwohl fühlt? Hier ist er während der Brutzeit ungestört und findet dank geschützter Biodiversität genug Futter. Bewundern können Sie ein Exemplar auch in unserm Video zu guten Solarparks (bei Minute 1:50). Beim GEO-Tag der Natur haben wir noch genauer nachgesehen, welche Flora und Fauna sich in Solarparks zwischen und unter den Modulen ansiedeln.

Weitergehende Informationen:
Gute Solarparks - Artenvielfalt, Klimaschutz und saubere Energie – YouTube
GEO-Tag der Natur: Ergebnisse der Artenzählungen in Solarparks

bne. Wir setzen Kräfte frei.

Impressum

Geschäftsführer und Verantwortlicher für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
Robert Busch

Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V.

Hackescher Markt 4
D-10178 Berlin

Fon: +49 30/ 400 548-0
Fax: +49 30/ 400 548-10

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