3.4.2017

Der bne-Jahresbericht 2016

In der „neuen Energiewirtschaft“ werden aus zwangsloyalen Letztverbrauchern von einst umworbene Kunden, die sich ihre Lieferanten und Produkte flexibel aussuchen können.  Während etablierte Versorger mit erodierenden Margen in den alten Geschäftsmodellen kämpfen, rücken neue Anbieter mit kundennahen, innovativen und datenbasierten Services auf den Markt. Diese Aussagen stammen nicht aus der Feder des bne, sondern aus dem aktuellen Sammelband „Herausforderung Utility 4.0“ von Oliver D. Dolseki. Sie bestätigen einmal mehr, dass wir als Verband mit unserer Sicht auf die Zukunft Energiewirtschaft richtig liegen.

 

Der bne hat die Chancen erkannt, die etwa in neuen Geschäftsmodellen wie der Flexibilisierung liegen, als andere noch versuchten, mit teuren Kapazitätsmärkten aus der Vergangenheit ein goldenes Ende für längst abgeschriebene Anlagen zu finden. Aus diesem Grund wird dem bne, wenn es um neue energiewirtschaftliche Fragen geht, die größte Kompetenz zugeschrieben. So wurden wir von der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr beauftragt, die Arbeit an einem Branchenleitfaden für die Regelleistungserbringung durch unabhängige Aggregatoren zu koordinieren. Das erfolgreich durchgeführte Verfahren sei ein „Durchbruch für das Lastmanagement“ war im Anschluss in der Presse zu lesen. Auch an vielen anderen Stellen haben wir uns für Wettbewerb und Innovation eingesetzt und sind dabei bei politischen Entscheidungsträgern auf offene Ohren gestoßen: Das Strommarktgesetz stellt ganz klar den Markt in den Mittelpunkt. Hier entstehen neue Geschäftsmodelle und Services, hier wächst die neue Energiewirtschaft.

Wichtige Rahmenbedingungen setzt dabei das ebenfalls im vergangenen Jahr verabschiedete Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, bei dem wir als bne unsere Expertise an vielen Stellen einbringen durften. Mit der Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität haben wir die nächste Phase der Energiewende vor uns. Hier fehlt es noch an den entscheidenden Weichenstellungen, vor allem beim Umlagen- und Abgabensystem, das den Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Heizöl verteuert und den Wettbewerb behindert. Der bne hat im vergangenen Jahr in einem Gutachten einen Weg aufgezeigt, wie sich die ses Dilemma auflösen lässt. Fossile Energieträger würden dabei in die  Finanzierung der Energiewende miteinbezogen. Ein ähnlicher Ansatz findet sich auch im Klimaschutzplan der Bundesregierung. Auf der diesjährigen Handelsblattjahrestagung Energiewirtschaft wurde der bne-Vorschlag auch von großen Akteuren im Energiemarkt positiv aufgegriffen.

Zur neuen Energiewirtschaft gehört auch der Mut, Dinge auszuprobieren. Sehr spannend fanden wir daher den Austausch mit den Start-ups, die sich am A2 Adlershof Accelerator beteiligt haben, den der bne als Partner unterstützt. Der Accelerator bringt Nachwuchsunternehmen mit Partnern aus der Energiebranche zusammen. Nach der erfolgreichen ersten Runde des Programmes war klar, dass wir in diesem Jahr und in noch größerer Runde weitermachen.

Wie Facettenreich die neue Energiewirtschaft ist, zeigt sich auch an den verschiedenen Marktsegmenten und Geschäftsmodellen, für die die Unternehmen stehen, die im vergangenen Jahr dem bne beigetreten sind. Wir freuen uns sehr über die Verstärkung von: REstore, Swisscom Energy Solutions AG, First Utility GmbH, EnergieSüdwest AG, ISPEX, NATURSTROM AG, Digital Energy Solutions GmbH, Total Energie Gas GmbH.

Als ständig wachsendem Verband sind uns stets Unternehmen willkommen, die eine echte neue Energiewirtschaft mit uns vorantreiben und gestalten wollen.

Anhang