30.5.2013

bne zur Novelle von EnWG-Verordnungen: Falsche Anreize gesetzt

Berlin. Die vom Bundeskabinett am 29. Mai beschlossenen Änderungen der Strom- und Gasnetzentgeltverordnungen setzen nach Ansicht des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter e.V. (bne) völlig falsche Anreize: Energieintensive Unternehmen, die viel Energie verbrauchen, müssen auch nach den Neuregelungen nur geringe Netzentgelte zahlen. Unternehmen, die versuchen, ihren Verbrauch netzentlastend zu regeln, werden dagegen mit höheren Netzentgelten bestraft. Auch die Entscheidung des Kabinetts, die Netzrenditen von Strom- und Gasnetzbetreibern zu erhöhen, weist nach Ansicht des bne in die falsche Richtung.

Statt energieintensiven Unternehmen endlich Anreize zu bieten, ihren Verbrauch netzentlastend zu steuern, fordere der neue § 19 Absatz 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) Firmen geradezu auf,  möglichst viel und möglichst konstant Strom zu verbrauchen, erläutert bne-Geschäftsführer Robert Busch.

Die neu eingeführte Regelung im § 19 Absatz 2 Satz 3 StromNEV sei zwar gut gemeint – ihre Auswirkungen aber seien kontraproduktiv: Wer sich als energieintensives Unternehmen bemühe, seinen Verbrauch netzentlastend zu steuern, laufe Gefahr, höhere Netzentgelte zu bezahlen, als es bei konstant hohem Verbrauch der Fall wäre. „Das läuft den Zielen einer effizienten Energiewende komplett zuwider“, betont Busch.

Die Neuregelung in den §§ 7 Absatz 7 der Strom- und GasNEV führe gar zu einer weiteren Erhöhung der Netzrenditen und damit zu einer grundsätzlichen Erhöhung der Netzentgelte. „Dringend notwendige Kostendämpfung sieht anders aus“, so Busch: „Mit der Novelle dieser Verordnungen ist wieder einmal ausschließlich die Einbahnstraße der Renditenerhöhung beschritten worden. Kostensenkungspotenziale wurden völlig außer Acht gelassen.“ Die Rechnung zahlt am Ende der Verbraucher.

Der bne ist die schlagkräftige Interessenvertretung für alle netzunabhängigen Energieversorger in Deutschland – und Gründungsmitglied der Schlichtungsstelle Energie. Im Unterschied zu Anbietern mit verbundenem Netz sind bne-Mitglieder frei von Monopolinteressen: Sie kämpfen für Vielfalt, Effizienz und Fairness im Energiemarkt. 2012 haben bne-Mitgliedsunternehmen über sieben Millionen Kunden zuverlässig mit Strom, Gas oder energienahen Dienstleistungen beliefert.

Weitere Informationen zum Thema:
Die gemeinsame Stellungnahme von bne und Verbraucherschützern
Interview mit bne-Geschäftsführer Robert Busch im Deutschlandradio

 

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