17.1.2013

bne zum Gas-Marktgebietsbericht der Fernleitungsnetzbetreiber: Kosten werden zu hoch geschätzt!

bne zur Konsultation der Bundesnetzagentur zum Marktgebietsbericht der Fernleitungsnetzbetreiber:

Die Zusammenlegung der bestehenden zwei Gasmarktgebiete zu einem einzigen Marktgebiet könnte einen positiven gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtseffekt bewirken – anders als von den Fernleitungsnetzbetreibern im vorgelegten Marktgebietsbericht dargestellt. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter e.V. (bne) vernachlässigt die erstellte Kosten-Nutzen-Analyse unter anderem die Opportunitätskosten der bereits heute fehlenden Transportkapazität aus dem Marktgebiet NCG in das Marktgebiet GASPOOL.

Stattdessen rechnen die Fernleitungsnetzbetreiber Kosten für die Beseitigung des Kapazitätsengpasses dem Szenario Marktgebietszusammenlegung zu, obwohl dieser Investitionsbedarf unabhängig von einer weiteren Zusammenlegung besteht. Der Nutzengewinn wird im vorliegenden Bericht dagegen systematisch zu gering bewertet: Die fehlende Berücksichtigung der abweichenden Daten für die L-Gas-Versorgung schönt die Ergebnisse zugunsten der Netzbetreiber. Außerdem wird der ermittelte Einspareffekt von rund 106 Millionen Euro bei der Ausgleichenergie und den Strukturierungsbeiträgen bei der Berechnung des Gesamtnutzens einfach weggelassen. Sowohl Kosten- als auch Nutzen-Analyse müssen von den Fernleitungsnetzbetreibern daher überarbeitet werden. Eine Bewertung der Analyse zum Alternativszenario „Market-Coupling“ ist auf Basis der kurzen Ausführungen im Marktgebietsbericht nicht möglich. Fällt die Entscheidung gegen die weitere Zusammenlegung von NCG und GASPOOL, kann durch die Abschaffung des Konvertierungsentgeltsystems bereits kurzfristig ein erheblicher gesamtwirtschaftlicher Nutzengewinn erzielt werden.

Anhang