Liebe Leserinnen und Leser,

mit seinem Grünbuch hält das Bundeswirtschaftsministerium das Reformtempo weiter hoch (siehe Punkt 10). Zentrale Frage: Wie kann es gelingen, die wachsenden fluktuierenden Strommengen aus erneuerbaren Energien mit dem Verbrauch in Einklang zu bringen und dabei eine sichere und bezahlbare Versorgung zu gewährleisten? Die auch aus bne-Sicht richtige Antwort lautet: Mehr Flexibilität. „Wir brauchen einen intelligenten und wettbewerblichen Mix aus erneuerbaren Energien, flexibler konventioneller Erzeugung sowie Lastmanagement, Speichern und smarten Energiedienstleistungen“, betonte der bne in seinem Pressestatement zum Grünbuch. Für diesen Mix stehen der bne und seine Mitglieder als Vertreter der neuen und wettbewerblichen Energiewirtschaft, die die erneuerbare und die konventionelle Erzeugung mit der smarten Energiewelt von Morgen vereint.

Weitere wichtige Energienachrichten aus Bonn, Berlin und Brüssel:

1. TOP NEWS I: Workshop von bne und E-Control zum Eintritt in den österreichischen Strom- und Gasmarkt +++ Viele Chancen für deutsche Unternehmen

2. TOP NEWS II: bne kritisiert teure Verteilnetzstrukturen

3. EU I: CEER-Konsultation zur Flexibilität durch Gasspeicher

4. EU II: ENTSOG verabschiedet „Winter Supply Outlook 2014/15“

5. EU III: Mitteilung zum EU-Binnenmarktpaket veröffentlicht +++ bne fordert wirksames Unbundling

6. EU IV:  Rahmen für Klima- und Energiepolitik bis 2030 festgelegt +++ Neue EU-Kommission bestätigt

7. RECHT I: Geänderte Strom und Gasgrundversorgungordnung in Kraft getreten

8. RECHT II: EuGH urteilt zu Preisanpassungsklauseln

9. KABINETT: Gesetzentwurf zur Energieeffizienzrichtlinie beschlossen +++ Große Unternehmen sollen Energieaudits durchführen

10. BMWI I: Grünbuch zum Strommarktdesign vorgelegt

11. BMWI II: Langfassung des Abschlussberichts zum Projekt Roadmap Speicher vorgelegt

12. BUNDESNETZAGENTUR I: EEG-Umlage sinkt in 2015 um 0,07 ct/kWh +++ bne fordert Veröffentlichung verbindlicher Entgelte

13. BUNDESNETZAGENTUR II: Kraftwerksliste aktualisiert

14. ÜNB I: EEG-Mittelfristprognose veröffentlicht

15. ÜNB II: Zweite Entwürfe von NEP 2014 und O-NEP 2014 vorgelegt

16. HANDEL: Epex Spot startet mit neuem Viertelstundenprodukt

17. SMART MARKETS I: Bundesregierung veröffentlicht Zeitplan für Smarte Messsysteme

18. SMART MARKETS II: EDNA sendet offenen Brief und Thesenpapier an Gabriel

19. STUDIE: EEG 3.0 mit Kapazitätsprämie für bereit gestellte Leistung fördert systemdienliche Erzeugung

20. bne IN DEN MEDIEN: bne bei Tagesspiegel, Spiegel Online, ZfK, Energie & Management


1. TOP NEWS I: Workshop von bne und E-Control zum Eintritt in den österreichischen Strom- und Gasmarkt +++ Viele Chancen für deutsche Unternehmen

Wie kann ich als Strom- oder Gaslieferant auf dem österreichischen Energiemarkt tätig werden? Welche Rahmenbedingungen muss ich beachten? Antworten auf diese Fragen lieferte der von bne und der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control gemeinsam veranstalte Workshop zum „Eintritt in den österreichischen Strom- und Gasmarkt“ am 13. November in Berlin. Der Bedarf an Informationen über den benachbarten Energiemarkt ist hoch, wie das rege Interesse an der Veranstaltung belegt: Über 70 Unternehmensvertreter waren gekommen. Die Experten der E-Control gaben dabei einen Einblick in die Rahmenbedingungen auf dem Strom- und Gasmarkt in Österreich. Deutlich wurden etwa Unterschiede beim Thema Grundversorgung. Für Versorger besteht zudem ab 2015 eine Effizienzverpflichtung. Die Zahl der Anbieterwechsel hat in diesem Jahr in Österreich deutlich zugenommen; allerdings haben mehr als 80 Prozent der Verbraucher dort ihren Strom- oder Gaslieferanten noch nie gewechselt. Martin Graf, Vorstand der E-Control, wünscht sich neue internationale Anbieter auf dem österreichischen Markt, ebenso mehr österreichische Lieferanten in Deutschland. „Hier gibt es sowohl für österreichische als auch für deutsche Unternehmen viele Chancen. Je mehr Auswahl die Kunden haben, umso besser.“ Auch seien internationale Lieferanten ein gutes Zeichen für einen funktionierenden Wettbewerb. Um den Unternehmen den Markeinstieg zu erleichtern, hat die E-Control eigene Handbücher erarbeitet, die die dortigen Regelungen transparent darstellen. Die Zulassung eines Energielieferanten wird von der E-Control geprüft.

Der bne wird in naher Zukunft mit weiteren Veranstaltungen über die Rahmenbedingungen auf den angrenzenden Energiemärkten informieren. Ziel ist es, einen einheitlichen Binnenmarkt herzustellen und eine Angleichung wettbewerblicher Verhältnisse zu erreichen.

Zum Download:

Die Vorträge des Workshops

Bilder der Veranstaltung

 

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2. TOP NEWS II: bne kritisiert teure Verteilnetzstrukturen

Die Entlastung der Verbraucher bei der EEG-Umlage wird vielerorts durch steigende Netzentgelte wieder aufgehoben. Dies ergeben Analysen des Energieanbieters Lichtblick wie auch der Energiedienstleisters ene’t vom 22. Oktober. Im Durchschnitt steigen die Entgelte um mehr als drei Prozent, in einigen Regionen liegt der Aufschlag sogar bei 19 Prozent. Laut ene’t steigen die Gebühren in 343 Gebieten, eine Senkung gibt es dagegen nur bei 196 Verteilnetzbetreibern.

Der bne übte in einem Pressestatement am 22. Oktober Kritik an der Entwicklung: „Durch die Energiewende entsteht zwar zusätzlicher Druck auf die Netze. Die ineffiziente und zersplitterte Struktur mit über 900 Stromverteilnetzbetreibern in Deutschland treibt die Kosten aber völlig unnötig in die Höhe.“ Der bne verwies zudem erneut darauf, dass der zeitliche Wirrwarr bei der Bekanntgabe der verschiedenen Abgaben und Umlagen auf den Strompreis ein immer größeres Ärgernis für die Lieferanten sei. So hat die Bundesnetzagentur kürzlich sogar verbindliche Fristen für die Bekanntgabe der Umlage nach Paragraph 19 wiederrufen. Aus bne-Sicht sind klare, transparente und verbindliche Vorgaben für die Netzbetreiber zur Bekanntgabe der verschiedenen Umlagen und Entgelte zwingend notwendig.

Zum Download:

Die Pressemitteilung des bne

Die Übersicht Netzentgelte Strom ene‘t

Die Pressemitteilung und Berechnungsunterlagen von LichtBlick

 

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3. EU I: CEER-Konsultation zur Flexibilität durch Gasspeicher

Gut funktionierende Großhandelsmärkte sind ein effizienter Mechanismus, um die Gasversorgung in der EU abzusichern und Gasspeicher leisten einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeit des Großhandels. Mit diesen Äußerungen legt die CEER (Council of European Energy Regulators) ihren Standpunkt in der Diskussion um die Rolle von Gasspeichern für die Versorgungssicherheit dar. Hintergrund ist ein Konsultationspapier der CEER vom 22. Oktober, in dem die Regulatoren ihre Vision zur Weiterentwicklung des Regulierungsrahmens für den Gasspeichermarkt vorstellen. Gegenwärtig sind jedoch die Großhandelsmärkte in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich entwickelt, so dass CEER von gesamteuropäischen Vorgaben für den Einsatz von Speichern für die Versorgungssicherheit abrät. Die Empfehlungen zur Ausgestaltung der Regulierungsregimes zielen dagegen unter anderem darauf ab, dass möglichst die gesamte Speicherkapazität im Markt ohne Nutzungseinschränkungen angeboten und eine große Vielfalt an Speicherprodukten zugelassen wird. Noch bis zum 12. Dezember können Marktteilnehmer die Überlegungen der CEER zum Speichermarkt über einen Online-Fragebogen kommentieren.

Zum Download:

Das Konsultationsdokument der CEER

Der Online-Fragebogen

 

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4. EU II: ENTSOG verabschiedet „Winter Supply Outlook 2014/15“

Das europäische Gasnetz ist in den meisten Teilen Europas robust genug, um auch in einem langen, kalten Winter in Peak-Situationen die Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu halten. Zu diesem Fazit kommt der Verband der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber für Gas (ENTSOG) in seinem am 3. November veröffentlichten Bericht „Winter Supply Outlook 2014/15“. Das EU-Gasnetz sei auch in der Lage, den Gasfluss in Richtung Ukraine zu gewährleisten, so ENTSOG. Dennoch bestünden einige besondere Situationen, die es zu beachten gelte: Die Verwundbarkeit Südost-Europas gegenüber einer möglichen Unterbrechung des Gastransportes durch die Ukraine, die Bedeutung unterbrechbarer Kapazitäten, um das Gleichgewicht des skandinavischen Marktes in Peak-Situationen zu halten und das Fehlen von Einspeisekapazität in Luxemburg etwa in Peak-Situationen. Nichtsdestotrotz seien in diesen Regionen seit dem vergangenen Winter und mit der Inbetriebnahme neuer Projekte Fortschritte erzielt worden, so dass sich die Situation auf dem europäischen Gasmarkt in Zukunft weiter verbessern werde.

Zum Download:

Der Bericht der ENTSOG

 

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5. EU III: Mitteilung zum EU-Binnenmarktpaket veröffentlicht +++ bne fordert wirksames Unbundling

Der europäische Binnenmarkt könnte nach seiner Vollendung wirtschaftliche Vorteile von 16 bis 40 Mrd. Euro jährlich bewirken. Das ist eine Aussage der Mitteilung der EU-Kommission „Progress towards completing the Internal Energy Market“, die am 13. Oktober veröffentlicht wurde. Um die Vorteile des Marktes zu heben, seien jedoch mehr Investitionen in strategische, grenzüberschreitende Infrastrukturen notwendig, so die Kommission. Außerdem müssten intelligente Stromnetze entwickelt werden und gemeinsame, transparente Vorschriften, die die Nutzung der Netze regeln, müssten eingeführt werden.

Der bne begrüßte die Mitteilung und bestätigte: „Effiziente Netzstrukturen sind die Grundlage für einen EU-Energiebinnenmarkt.“ Doch es gebe auf dem Weg zu effizienten Strukturen noch einiges zu tun – vor allem im Bereich der Entflechtung der Verteilnetze. Die ineffiziente Struktur der Verteilnetze mit über 1.600 Verteilnetzbetreibern für Strom und Gas verursache in Deutschland jährlich Mehrkosten von fünf Milliarden Euro, so der bne. Nötig sei endlich ein wirksames Unbundling auf Verteilnetzebene und eine deutlich geringere Anzahl an Betreibern. Der bne spricht sich dabei nicht für Enteignungen, sondern für gemeinsame Betriebsführungen aus. Aus bne-Sicht behindern die bestehenden Verflechtungen zwischen Verteilnetzbetreibern und Vertrieben den Wettbewerb: „Viele unabhängige Energielieferanten und Anbieter smarter Energiedienstleistungen sind immer wieder mit erheblichen Hürden konfrontiert.“ Die Ausnahmeregeln bei der Entflechtung für Unternehmen mit weniger als 100.000 Kunden gehören daher dringend auf den Prüfstand, fordert der bne. 

Zum Download:

Die Mitteilung der EU-Kommission und Anhänge dazu

Die Pressemitteilung des bne

 

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6. EU IV:  Rahmen für Klima- und Energiepolitik bis 2030 festgelegt +++ Neue EU-Kommission bestätigt

Nach langwierigen und zähen Verhandlungen haben sich die europäischen Staats- und Regierungschefs am 23. Oktober auf den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 für die Europäische Union (EU) verständigt. Demnach soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch in der EU in den kommenden 16 Jahren auf mindestens 27 Prozent steigen. Verbindliche nationale Ziele wird es nicht mehr geben. Bei der Energieeffizienz gab es eine Einigung für ein Einsparziel von mindestens 27 Prozent (im Vergleich zu 2005), welches allerdings weder auf nationaler noch auf EU-Ebene verbindlich ist. Im Jahr 2020 soll dieses Ziel dann „mit Blick auf ein EU-Niveau von 30 Prozent überprüft“ werden. Beschlossen wurde außerdem, die EU-internen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.

Als wichtigstes Instrument im Kampf gegen den Klimawandel betrachtet die EU den Handel mit Verschmutzungsrechten. Die Zahl der CO2-Zertifikate soll ab 2021 jährlich um 2,2 statt 1,74 Prozent gekürzt werden. Künftig soll es eine neue Reserve an Verschmutzungsrechten für ärmere EU-Länder geben, die besonders hohe Modernisierungskosten haben. Diese Kosten sollen auch mit der Versteigerung dieser Zertifikate bezahlt werden. Die Emissionsrechte sollen diejenigen EU-Staaten erhalten, die unter 60 Prozent des Durchschnitts-Bruttoinlandsprodukts pro Kopf in der EU liegen. Zudem soll es eine Reserve von künftig 400 Millionen Zertifikaten geben, deren Versteigerungserlöse für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet werden.

Bereits am Mittwoch, den 22.10. hatte das Europäische Parlament mit einer breiten Mehrheit von 423 Stimmen die neue EU-Kommission bestätigt. Damit konnte das Gremium unter dem neuen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker am 1. November seine Arbeit für die nächsten fünf Jahre aufnehmen.
Der bne forderte die neue EU-Kommission auf, sich für die Vollendung des Energiebinnenmarktes einzusetzen. Etwa angesichts der aktuellen Diskussion um Kapazitätsmärkte in Deutschland und anderen EU-Staaten müsse die EU-Kommission aus bne-Sicht dringend tätig werden: „Wir brauchen schnellstmöglich eine bessere europäische Koordination in der Frage, wie die EU-Staaten ihre Stromversorgung in Zukunft absichern. Es besteht die Gefahr, dass unterschiedliche und nicht kompatible Konzepte für Kapazitätsmärkte die Versorgungssituation zusätzlich verschärfen, den Wettbewerb behindern und damit den Zielen des Energiebinnenmarktes entgegenlaufen“, so der bne.

Zum Download:

Die Schlussfolgerungen zum Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030

Das bne-Statement

 

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7. RECHT I: Geänderte Strom und Gasgrundversorgungordnung in Kraft getreten

Am 30. Oktober ist die „Verordnung zur transparenten Ausweisung staatlich gesetzter oder regulierter Preisbestandteile in der Strom- und Gasgrundversorgung“ in Kraft getreten. Grundversorger müssen die Preisbestandteile von Strom- und Gastarifen künftig genauer ausweisen. Kunden sollen so besser zwischen Angeboten vergleichen können. Der bne hat den Nutzen der Änderungen wiederholt angezweifelt (siehe dazu bne-Newsletter 09/2014 vom 17. September).

Mangelnde Informationen etwa über die Zusammensetzung des Strompreises in der Rechnung ist für viele Verbraucher nicht das eigentliche Problem, so der bne. Eine wachsende Zahl von sogenannten gefangenen Kunden in der Grundversorgung habe von den verschärften Transparenzvorgaben schlichtweg nichts, weil sie aufgrund ihrer finanziellen Situation ohnehin nicht zu einem günstigeren unabhängigen Anbieter wechseln können. Aus bne-Sicht sind die Vorgaben für viele Lieferanten zudem schwer umzusetzen, da sie dafür auf verlässliche und verwertbare Informationen der Netzbetreiber über deren Entgelte angewiesen sind. Daran hapert es aber aus bne-Sicht nach wie vor massiv.

Zum Download:

Das Pressestatement des bne

Die Verordnung

 

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8. RECHT II: EuGH urteilt zu Preisanpassungsklauseln

Strom- und Gaslieferanten in der Grundversorgung müssen ihre Kunden im Falle einer Preiserhöhung genau über Anlass, Voraussetzung und Umfang der Änderungen informieren. Dies entschied am 23. Oktober der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Die deutsche Gas- und Stromgrundversorgungsverordnung (GVV) verstößt damit gegen europäische Recht, genauer gesagt gegen die Strom- und Gasrichtlinien 2003/54 und 2003/55. Das Recht, den Vertrag zu kündigen, reiche nicht aus, so die Richter. Kunden müssten auch das Recht haben, gegen Änderungen vorzugehen. Dafür müssten sie aber rechtzeitig informiert werden.

Die Bundesregierung hatte bereits Mitte Oktober eine Änderung der GVV beschlossen (siehe Punkt 7). Anders als noch im Plädoyer des Generalanwalts lehnte der EuGH nun eine zeitliche Beschränkung des Urteils ab. Es sei nicht ausreichend dargelegt worden, dass die finanziellen Folgen des Urteils die gesamte Branche der Strom- und Gasversorgung in Deutschland erschüttern würden. Nun muss der Bundesgerichtshof  in einem Revisionsverfahren entscheiden, welche Konsequenzen das Urteil hat. Die deutschen Richter hatten den EuGH bei der Auslegung des EU-Rechts um Hilfe gebeten. Dabei geht es um Verfahren von zwei Kunden gegen Energieversorger wegen Preisanpassungen aus den Jahren 2005 bis 2008 (siehe auch bne-Newsletter vom 24. September 2013).

Zum Download:

Das Urteil des EuGH

 

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9. KABINETT: Gesetzentwurf zur Energieeffizienzrichtlinie beschlossen +++ Große Unternehmen sollen Energieaudits durchführen

Das Bundeskabinett hat am 5. November den Gesetzentwurf zur Teilumsetzung der Energieeffizienzrichtlinie beschlossen. Durch das Gesetz sollen größere Unternehmen (Nicht-KMU) verpflichtet werden, bis zum 5. Dezember 2015 Energieaudits durchzuführen, und, gerechnet vom Zeitpunkt des ersten Energieaudits, mindestens alles vier Jahre ein weiteres Energieaudit durchzuführen. Das Gesetz soll im Frühjahr 2015 in Kraft treten.
Der Gesetzentwurf ist laut BMWi der Auftakt für ein Maßnahmenbündel zur Steigerung der Energieeffizienz, das im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) zusammengefasst und am 3. Dezember im Kabinett verabschiedet werden soll (siehe auch bne-Newsletter 07/2014 vom 9. Juli).  

Zum Download:

Der beschlossene Gesetzentwurf

 

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10. BMWI I: Grünbuch zum Strommarktdesign vorgelegt

Früher als erwartet hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am 31. Oktober das Grünbuch zum künftigen Strommarktdesign veröffentlicht. Im Großen und Ganzen enthält es eine Bestandaufnahme der aktuellen Situation auf dem Strommarkt, verbunden mit möglichen Handlungsoptionen.
Das Grünbuch stellt zunächst eine Reihe von „sowieso-Maßnahmen“ für eine stärkere Flexibilisierung vor. Verschiedene Optionen wie Lastmanagement, Speicher oder Power-to-X sollen in einen Wettbewerb treten. Entscheidend sei dafür, dass Preissignale Erzeuger und Verbraucher auch ungefiltert erreichen, so die Autoren.  Der Kurzfristhandel soll dazu gestärkt werden, unter anderem durch die Einführung eines weiteren Viertelstunden-Produktes an der Strombörse (siehe Punkt 16). Das BMWi will zudem einem größeren Kreis von Anbietern die Teilnahme am Regelenergiemarkt ermöglichen.

Einen Fokus setzt das Grünbuch auf das Bilanzkreis- und Ausgleichsenergiesystem als zentrales „Instrument für die Synchronisierung“ von Angebot und Nachfrage. Die Bundesnetzagentur soll künftig verstärkt auf eine aktive und ausgeglichene Bewirtschaftung der Bilanzkreise achten. Betont wird zudem die Bedeutung des Netzausbaus und einer europäischen Vernetzung der Infrastruktur: „Weitgehend autarke dezentrale Systeme sind sehr viel teurer und nicht in der Lage, Verbrauchszentren wie Ballungsräume oder die energieintensive Industrie zu versorgen.“ Da der Netzausbau bisher nur langsam vorrankommt, soll die Reservekraftwerksverordnung bis 2022 verlängert werden.

Das Grünbuch diskutiert die Möglichkeiten eines Strommarktdesigns mit und ohne Kapazitätsmarkt. Bei der Option „mit Kapazitätsmarkt“ werden die verschiedenen Modelle skizziert, ohne eine Präferenz zu formulieren. Betont wird zudem, dass die Einführung eines Kapazitätsmarktes in Frankreich keinen relevanten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des deutschen Strommarktes habe. Egal ob Strommarkt 2.0 oder Kapazitätsmarkt, in jedem Fall soll es für eine Übergangszeit eine Kapazitätsreserve als Sicherheitsmaßnahme geben. Die Reserve soll von den Übertragungsnetzbetreibern wettbewerblich ausgestaltet werden. Die kontrahierten Anlagen dürfen nicht am Markt teilnehmen. Sie sollen eingesetzt werden, wenn es am Strommarkt nicht zu einem ausreichenden Ausgleich kommt. Bilanzkreisverantwortliche, die ihre Lieferverpflichtungen nicht decken können und den Einsatz der Reserve verursachen, sollen verursachergerecht die Kosten inklusive der Vorhaltung tragen, so das BMWi. Die Reservekraftwerksverordnung kann laut BMWi Teil einer regional differenzierten Kapazitätsreserve werden.

„Wir brauchen einen intelligenten und wettbewerblichen Mix aus erneuerbaren Energien, flexibler konventioneller Erzeugung sowie Lastmanagement, Speichern und smarten Energiedienstleistungen“, so der bne in einem ersten Pressestatement zum Grünbuch am 30. Oktober. Das Grünbuch wird bis zum 1. März 2015 konsultiert; dieser Konsultation wird Ende Mai ein Weißbuch folgen.

Zum Download:

Das Grünbuch

Das Statement des bne

 

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11. BMWI II: Langfassung des Abschlussberichts zum Projekt Roadmap Speicher vorgelegt

Die Langfassung des Abschlussberichts zum Projekt „Roadmap Speicher“ steht seit dem 11. November zum Download bereit. Wie im bne-Newsletter vom 9. Juli berichtet, waren die Untersuchenden des Forschungsvorhabens zu dem Schluss gekommen, dass auf absehbare Zeit keine große Notwendigkeit für Stromspeicher bestehe. Eine gewisse Relevanz würden Speicher erst ab einem 60-prozentigen Anteil von EE-Strom im Gesamtnetz erhalten. Im Rahmen der Untersuchung wurde darauf verzichtet, die Verteilnetzebene inklusive Hoch- und Mittelspannungsebene näher zu betrachten.

Zum Download:

Die Langfassung des Abschlussberichts

 

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12. BUNDESNETZAGENTUR I: EEG-Umlage sinkt in 2015 um 0,07 ct/kWh +++ bne fordert Veröffentlichung verbindlicher Entgelte

Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr von 6,24 ct/kWh auf 6,17 ct/kWh sinken. Das gab die Bundesnetzagentur (BNetzA) am 15. Oktober bekannt. Der Hauptgrund für das Sinken der Umlage, so die BNetzA, liege darin, das Wind- und PV-Anlagen nicht überdurchschnittlich viel Strom eingespeist hätten und sich auch der Ausbau der erneuerbaren Energien im erwarteten Rahmen bewege.

Der bne nahm die Verkündung der EEG-Umlage für 2015 zum Anlass, um die Veröffentlichung der vorläufigen Entgelte zu kritisieren seine altbekannte Forderung nach Veröffentlichung verbindlicher Entgelte zu wiederholen: „Mehr als 80 Prozent der Netzbetreiber veröffentlichen vorläufige Entgelte. Mehr als die Hälfte ändert die Tarife dann zum Jahreswechsel tatsächlich noch einmal. Die Kalkulation unabhängiger Lieferanten wird so auf den Kopf gestellt und der Wettbewerb erschwert.“ Die Netzbetreiber müssten auf eine verbindliche Bekanntgabe der Entgelte zum 15. Oktober verpflichtet werden, so der bne. Außerdem müssten die Informationen in einem „einheitlichen und lesbaren Datenformat, einem elektrischen Preisblatt, zur Verfügung gestellt werden“.

Zum Download:

Die Meldung der Bundesnetzagentur zur EEG-Umlage

Die Pressemitteilung des bne

 

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13. BUNDESNETZAGENTUR II: Kraftwerksliste aktualisiert

Die Bundesnetzagentur hat zum 29. Oktober die Liste der Kraftwerke sowie die Liste der Kraftwerksblöcke aktualisiert, für die es Stilllegungsanzeigen gibt. Demnach sind 6.523 Megawatt (MW) Erzeugungskapazitäten derzeit in Bau und sollen voraussichtlich bis 2016 fertig gestellt werden. Demgegenüber stehen 11.747 MW, die laut Kraftwerksbetreibern bis 2018 endgültig stillgelegt werden sollen. 6.875 MW davon seien der BNetzA bislang formal zur endgültigen Stilllegung nach § 13a EnWG angezeigt worden, so die Behörde.

Zum Download:

Die aktuellen Listen

 

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14. ÜNB I: EEG-Mittelfristprognose veröffentlicht

Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet, Amprion, TrasnetBW und 50 Hertz haben am 14. November ihre Prognose für die Höhe der EEG-Umlage im Jahr 2016 veröffentlicht. Demnach soll die Umlage in der Bandbreite von 5,66 bis 7,27 Cent pro Kilowattstunde liegen. Im weiteren Ausblick gehen die ÜNB davon aus, dass die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2019 auf über 112 Gigawatt steigt. Die Menge des über feste Einspeisetarife vergüteten Stroms bleibt dabei in Folge der EEG-Reform in den kommenden Jahren konstant bei rund 50.000 Gigawattstunden. Der Strom in der Direktvermarktung wird bis 2019 um gut 50 Prozent auf rund 150.000 Gigawattstunden steigen. Die jährlichen Kosten für das EEG steigen laut Prognose bis 2019 auf knapp 28 Milliarden Euro.

Zum Download:

Die Mittelfristprognose und weitere Informationen

 

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15. ÜNB II: Zweite Entwürfe von NEP 2014 und O-NEP 2014 vorgelegt

Am 4. November haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) der Bundesnetzagentur (BNetzA) die überarbeiteten Entwürfe des Netzentwicklungsplans (NEP) 2014 und des Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) 2014 vorgelegt. Diese berücksichtigen die Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz, wie etwa den Zubaudeckel für Solar- und Windenergie sowie die Begrenzungen für Bioenergie. Eine Konsultation der Pläne werde voraussichtlich im Februar 2015 beginnen, so die BNetzA. So lange wird es voraussichtlich dauern, bis die BNetzA die einzelnen Vorhaben bewertet hat. Die ÜNB hätten in den aktuellen Versionen der NEPs einige Änderungen gegenüber den Entwürfen aus dem Frühjahr 2014 vorgenommen, die es noch zu prüfen gelte, so die Behörde.

Zum Download:

Der überarbeitete Entwurf des NEP 2014

Der überarbeitete Entwurf des O-NEP 2014

 

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16. HANDEL: Epex Spot startet mit neuem Viertelstundenprodukt

Mit einer neuen 15-Minuten-Eröffnungsauktion auf dem deutschen Intraday-Markt reagiert die europäische Strombörse Epex Spot ab dem 9. Dezember auf die wachsende Nachfrage nach Flexibilität. Die Auktion werde eine Stunde vor dem Start des kontinuierlichen Handels für den Intraday-Markt um 15 Uhr abgehalten, so die Börse. Gehandelt werden alle 96 Viertelstundenprodukte des folgenden Kalendertages von Mitternacht an. Mit dem neuen Produkt haben Marktteilnehmer eine weitere Möglichkeit, ihre Portfolios zu justieren, um auf Änderungen bei Erzeugung und Nachfrage zu reagieren.

Zum Download:

Das Factsheet zur 15-Minuten-Eröffnungsauktion

 

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17. SMART MARKETS I: Bundesregierung veröffentlicht Zeitplan für Smarte Messsysteme

Im Dezember will das Bundeskabinett ein Verordnungspaket „intelligente Netze“ verabschieden. Dies geht aus der Vorhabendokumentation der Bundesregierung vom 16. Oktober hervor. Zum Paket gehören demnach die „Verordnung über Datenschutz und Marktkommunikation im intelligenten Energienetz“, die „Verordnung über die Steuerung unterbrechbarer Verbrauchseinrichtungen in Niederspannung“ und die „Verordnung über den Einbau und die Administration intelligenter Messsysteme“. Ebenfalls für den Dezember geplant ist die „Verordnung über technische Mindestanforderungen an den Einsatz intelligenter Zähler (MSysV)“. Bundesstag und Bundesrat sollen bis Sommer 2015 abstimmen.

Zum Download:

Die aktuelle Vorhabendokumentation der Bundesregierung

 

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18. SMART MARKETS II: EDNA sendet offenen Brief und Thesenpapier an Gabriel

Der Verband EDNA (Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation) hat in einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel davor gewarnt, ein perfektes System für das Smart Metering zu entwickeln. In seinem Schreiben vom 27. Oktober fordert der Verband eine schrittweise Entwicklung von intelligenten Zählern über Vorgaben zu intelligenten Messsystemen für die Pilotphase hin zur mittelfristigen Umsetzung des vollständigen BSI-Sicherheitsstandards.

Dem Schreiben beigefügt ist ein Thesenpapier des Verbandes, in dem unter anderem gefordert wird, die Energielieferanten zum Treiber der Entwicklung des Smart Metering zu machen. Nur wenn die Lieferanten einen Markt erkennen würden, der ihnen und ihren Kunden Vorteile verspreche, könnten sie für die erforderlichen Messsysteme Nachfrage erzeugen, so das Papier. Es sei darum notwendig, die Motivation und Nachfrage sowohl von Lieferanten als auch von Verbrauchern durch wirtschaftliche Anreize zu beleben, wie z.B. durch geringere Netzkosten bei „smartem Verhalten“.

Zum Download:

Das Thesenpapier

Der offene Brief an Minister Gabriel

 

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19. STUDIE: EEG 3.0 mit Kapazitätsprämie für bereit gestellte Leistung fördert systemdienliche Erzeugung

EEG-Anlagen sollten in Zukunft eine Prämie für die Bereitstellung von Leistung erhalten, und nicht, wie bisher, für die erzeugte Kilowattstunde Strom. Das ist eine Empfehlung der Studie „Erneuerbare-Energien-Gesetz 3.0“, die vom Öko-Institut im Auftrag der Agora Energiewende erstellt und am 16. Oktober veröffentlicht wurde. Auf diese Weise würde die systemdienliche Erzeugung von EE-Strom gefördert werden, so das Öko-Institut. Das Ersetzen der oben genannten Marktprämie durch eine Kapazitätsprämie hätte zwei zentrale Vorteile, nämlich systemdienliche Investitionen und einen systemdienlichen Anlagenbetrieb. Anlagenbetreiber sollen bei niedrigen oder negativen Strompreisen ihre Anlagen abregeln können, ohne die Kapazitätszahlung zu verlieren. Auf diese Weise könnte ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage verhindert werden. Außerdem sollen die Betreiber von EE-Anlagen die Einnahmen aus der Vermarktung ihres Stroms direkt selbst erhalten. Das Risikoprofil der Erneuerbaren würde sich durch diese Maßnahmen verändern: Da die Anlagenbetreiber keine gleitende Marktprämie mehr erhalten würden, würde sich das Risiko für sie erhöhen. Die Anlagenbetreiber wären dem Risiko schwankender Strompreise ausgesetzt. Gleichzeitig würde sich jedoch das Risiko geringerer Einnahmen in Jahren mit weniger Wind- und Sonnenstunden verringern.

Zum Download:

Die Langfassung der Studie

Die Kurzfassung der Studie

 

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20. bne IN DEN MEDIEN: bne bei Tagesspiegel, Spiegel Online, ZfK, Energie & Management

Über den bne berichteten im November unter anderem der Tagesspiegel, Spiegel Online, die Zeitschrift für Kommunalwirtschaft sowie das Magazin Energie & Management. Eine Übersicht finden die Sie in der bne-Presseschau.

 

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bne. Energie für die Märkte von morgen.