10.12.2014

bne-Flexmarkt vorgestellt: „Zentraler Baustein für Strommarkt der Zukunft“

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat ein Konzept vorgestellt, mit dem sich die Nutzung von Flexibilität auf dem Energiemarkt wettbewerblich und marktnah organisieren lässt. Regionale Signalgeber sollen dabei anzeigen, in welchem Umfang Flexibilität benötigt wird. Kunden, die ihren Verbrauch steigern oder drosseln, können zum Anbieter dieser Flexibilität werden. Der bne-Flexmarkt bietet dabei einen wettbewerblichen Ansatz, um Smart Meter im größeren Umfang im Markt zu nutzen.
 
„Mit dem bne-Flexmarkt lassen sich Erzeugung, Verbrauch, Handel und Speicherung intelligent und marktnah einsetzen, um positive Wirkungen für das Stromnetz hervorzurufen“, erläutert Dieter Ploch, Leiter Umfeldmanagement bei der eprimo GmbH und Vorstand des bne.
 
Die Flexibilisierung ist eines der großen Themen für das Strommarktdesign der Zukunft, wie sich etwa im aktuellen Grünbuch des Bundeswirtschaftsministeriums erkennen lässt. „Der Anteil der  wetterabhängigen  Erzeugung wächst stetig. Wenn das System trotzdem stabil bleiben soll, ist eine wettbewerbliche und flexible Portfoliobewirtschaftung aller Flexibilitätsoptionen unabdingbar“, erläutert bne-Geschäftsführer Robert Busch.
 
Netzsituation im Blick haben
Die Herausforderung besteht darin, die Flexibilisierung so zu gestalten, dass im besten Falle der Ausbaubedarf sinkt, jedenfalls  kein zusätzlicher Druck auf die Netze entsteht.  Diese Gefahr besteht, da etwa bei niedrigen Strompreisen Anbieter von Flexibilität, wie Lastmanagement oder Power-to Heat-Anlagen,  zum zusätzlichen Verbrauch angeregt werden. Steht im örtlichen Netz dabei aber nicht genug Kapazität zu Verfügung, kann dieser gleichzeitige Verbrauch dort zu Problemen führen. „Der bne-Flexmarkt sieht daher ein System von regionalen Signalinfrastrukturen vor, die zusätzlich zum Börsenstrompreis mit einem Tag Vorlauf anzeigen, in welchem Umfang und zu welcher Uhrzeit ein flexibles Verbrauchsverhalten vor Ort notwendig ist“, erklärt Dieter Ploch.
 
Das bne-Konzept setzt dabei darauf, in einem ersten Schritt die zersplitterten deutschen Verteilnetze zu regionalen Effizienzclustern zusammenzufassen. „Nur in regionalen Effizienzclustern ausreichender Größe lassen sich die komplexen Aufgaben der Energiewende wirtschaftlich  bewerkstelligen“, so bne-Geschäftsführer Robert Busch. Die Eigentumsrechte der kommunalen Betreiber bleiben dabei unberührt.
 
Anreize für Anbieter von Flexibilität
Industrie, Haushalts- oder Gewerbekunden, die ihren Verbrauch an die Bedürfnisse im Netz anpassen, sollen in Zukunft von niedrigeren Netzentgelten profitieren. Der bne-Flexmarkt schlägt dafür eine Reform der Netzentgeltsystematik vor. Diese ist  aktuell auf einen kontinuierlichen Verbrauch und damit auf eine kontinuierliche Erzeugung ausgerichtet. „Die zahlreichen  schwerfälligen Sonderregeln der alten Energiewelt, wie beispielsweise Vergünstigungen in der Nachtzeit, müssen durch ein echtes Flexibilitätskriterium ‚Energiewende-ready‘ gemacht werden“, betont bne-Geschäftsführer Busch. Der bne-Vorschlag beinhaltet an der Anschlussleistung orientierte Netzentgelte, die um die als flexibel gemeldete Leistung reduziert werden sollen. Insgesamt lässt sich das System dabei aufkommensneutral gestalten.
 
Anschub für intelligente Messsysteme
Für die Teilnahme am Flexmarkt sind intelligente Messsysteme (Smart Meter) notwendig, die passgenaue Daten übermitteln und empfangen. Vertriebe können auf deren Basis Geschäftsmodelle entwickeln und ihren Kunden Flexibilitätsprodukte anbieten. „Mit dem bne-Flexmarkt können wir den Nutzen des Einbaus von Smart Metern deutlich steigern und die leidige Kostendiskussion auf einem anderen Niveau führen“, erklärt Dieter Ploch.
 

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